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Telekommunikation : Motorola meldet ersten Betriebsverlust seit 15 Jahren

  • Aktualisiert am

Handys sind längst kein Erfolgsgarant mehr Bild: dpa

Neun Cents Verlust pro Aktie. Analysten hatten im Durchschnitt mit sieben gerechnet. Die Aktie kann sich aber einigermaßen halten.

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          Der US-Mobiltelefon- und Chiphersteller hat im ersten Quartal 2001 zum ersten Mal seit 15 Jahren einen operativen Verlust verzeichnet, der auch noch leicht höher lag als durchschnittlich erwartet.

          Motorola-Chef Christopher Galvin sagte bei der Vorlage der Quartalszahlen: „Wir sehen eine anhaltende Abschwächung der US-Wirtschaft, die beginnt, auf den Rest der Welt zu übergreifen. Die Technologiesektor befindet sicht bereits in der Rezession". Diese Entwicklung sowie die Zinspolitik und die Energiepreise könnten nicht von Motorola kontrolliert werden.

          Nach Börsenschluss an der Wall Street teilte Motorola mit, der Konzern habe in den ersten drei Monaten im operativen Geschäft einen Verlust von 206 Millionen Dollar oder neun Cents je Aktie verzeichnet. Nach den beiden Gewinnwarnungen im vergangenen Quartal hatten Analysten mit durchschnittlich sieben Cents Verlust gerechnet, wobei die Schätzungen zwischen einem und 14 Cents Verlust lagen.

          „Positiver“ Cash-Flow

          Im ersten Quartal 2000 hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 481 Millionen Dollar oder 21 Cents je Aktie erwirtschaftet. Der Umsatz ging auf 7,8 Milliarden Dollar nach 8,8 Milliarden Dollar im gleichen Vorjahreszeitraum zurück. In allen wichtigen Geschäftszweigen seien deutliche Umsatz- und Auftragsrückgänge verzeichnet worden. Motorola betonte aber, der Cash Flow sei im ersten Quartal „positiv“ gewesen, und trat damit erneut Spekulationen über Liquiditätsprobleme entgegen, die vergangene Woche den Kurs belastet hatten.

          Kaum Angaben zum weiteren Geschäftsverlauf

          Zu den Aussichten für das Gesamtjahr gab der Handyhersteller nur bekannt, dass er für das Gesamtjahr ebenfalls einen positiven Cash-Flow erwarte. Motorola sei „optimistisch für seine langfristige Zukunft", hieß es. Auch auf weitere Einzelheiten zum Kostensenkungsprogramm, dem 15 Prozent der 22.000 Stellen zum Opfer fallen sollen, warteten Analysten vergeblich. Einem Zeitungsbericht zufolge will Motorola am Mittwoch die Schließung des Werks im schottischen Bathgate und dabei die Streichung von 3.200 Stellen ankündigen.

          Nach Veröffentlichung der Zahlen fiel der Motorola-Kurs im europäischen Handel um drei Prozent. Während des Börsenhandels am Dienstag an der Wall Street hatte die Aktie allerdings um 13 Prozent zugelegt. Am Freitag war der Motorola-Kurs bei Befürchtungen über Verschuldungsprobleme des Unternehmens auf den tiefsten Stand seit acht Jahren gesunken.

          Motorola ist der erste der drei großen Mobilfunkhersteller mit Geschäftszahlen für das erste Quartal. Der weltweit größte Mobilfunkhersteller Nokia und die Nummer Drei der Branche, Ericsson, wollen ihre Quartalsergebnisse am 20. April bekannt geben.

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