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Telekommunikation : Mobilcom-Zukunft weiter ungewiss

  • Aktualisiert am

Mobilcom-Gründer Schmid steht der Zukunft des Unternehmens noch im Weg Bild: dpa

Noch immer gibt es keine Einigung in Sachen Mobilcom. Großaktionär Schmid und die Bundesregierung streiten weiter.

          Die Zukunft des angeschlagenen Mobilfunkunternehmens Mobilcom ist weiter in der Schwebe. Bis in die späten Abendstunden verhandelten Großaktionär Gerhard Schmid und die Bundesregierung am Dienstag über strittige Inhalte des Vertrags, mit dem Schmid seine Aktien an einen Treuhänder übertragen soll. Am Mittwoch wurde weiter verhandelt.

          Ergebnisse vom Dienstag wurden zunächst nicht bekannt. Von einer Einigung hängt die gesamte Sanierung des Unternehmens ab. Gelingt es nicht, Schmid zu einer Unterschrift zu bewegen, wird das Unternehmen einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren kaum vermeiden können. Ein Mobilcom-Sprecher beeilte sich allerdings zu betonen, Mobilcom stehe nicht unmittelbar vor der Pleite: Eine Insolvenz sei „nicht akut“. Er gab jedoch zu, dass es bei den Verhandlungen „eher um Tage als um Wochen“ gehe.

          Zankapfel Treuhänder

          Strittig waren im wesentlichen drei Punkte: Nach dem letzten Vertragsentwurf fordert die Regierung von Schmid, dass er seine Aktien nicht mehr uneingeschränkt verkaufen darf und seine Schuld in einem offenen Rechtsstreit um ein Aktienoptionsgeschäft anerkennt. Zudem akzeptiert die Regierung nicht den ehemaligen Debitel-Chef Joachim Dreyer als Treuhänder für die Aktien, sondern will den Regierungsanwalt Reinhard von Dalwigk einsetzen. Das könne er nicht unterschreiben, sagte Schmid in Hamburg. Er habe bereits am vergangenen Freitag einen Treuhänder-Vertrag unterschrieben, der die wesentlichen Forderungen der Regierung bis zu diesem Zeitpunkt berücksichtige.

          Die Bundesregierung und Unternehmensgründer Gerhard Schmid verhandeln unterdessen weiter um eine
          Lösung für die Firma. „Die Parteien suchen nach einem Kompromiss und tun alles, damit es eine
          Lösung geben kann“, betonte Schmids Sprecherin. Bei beiden Seiten bestünden keine Zweifel, „dass
          man schnell handeln muss, um eine Lösung für Mobilcom zu finden. Das Bundeswirtschaftsministerium
          wollte sich zu den Gesprächen nicht äußern.



          Minister Clement hofft auf Einsicht

          Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) sagte, er hoffe, dass Schmid „noch zur Einsicht kommt und die Unterschrift leistet“. Nach Angaben des Ministeriums ist das Sanierungskonzept für Mobilcom unter Dach und Fach und die Verträge unterschriftsreif. Lediglich die Unterschrift Schmids unter dem Treuhänder-Vertrag fehle noch. Ohne eine Einigung sind auch die Entschuldung des Unternehmens durch France Télécom sowie weitere Kredite in Frage gestellt. Die erste Hilfe von 50 Millionen Euro, die Mitte September die Mobilcom- Insolvenz abwendete, ist fast verbraucht. Ohne frische Mittel muss das Unternehmen den Gang zum Insolvenzrichter antreten.

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