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Telekommunikation : Konkurrenz hält SMS-Preise stabil

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Die anderen Mobilfunkanbieter werden der umstrittenen SMS-Preisanhebung durch den Marktführer Deutsche Telekom zumindest derzeit nicht folgen.

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          Die anderen Mobilfunkanbieter werden der umstrittenen SMS-Preisanhebung durch den Marktführer Deutsche Telekom zumindest derzeit nicht folgen.

          Die Telekom betonte, die zum 1. Februar geplanten Änderungen beträfen nur neu hinzukommende Kunden, und bei den besonders unter Jugendlichen beliebten Prepaid-Handys werde der SMS-Versand sogar etwas billiger. D2 Vodafone und Viag Interkom, Nummer Zwei und Vier unter den Netzbetreibern, erklärten auf Anfrage, die Tarife blieben unverändert. Auch Newcomer Quam will es beim alten Preis belassen. Der von der Kundenzahl her drittgrößte Anbieter E-Plus wollte aber eine Anhebung im Frühjahr nicht ausschließen, MobilCom die Möglichkeit weder bestätigen noch verneinen. Ein Sprecher von Viag Interkom bezeichnete das Verhalten der Telekom sogar als “Preistreiberei".

          Tarif für Vielschreiber

          Das Dax-Unternehmen will demnächst einheitlich 19 Cent für das Verschicken einer SMS innerhalb seines eigenen Netzes verlangen. Derzeit bezahlen Kunden mit Laufzeitverträgen acht Cent, die Nutzer von Handys mit voraus bezahlten Kartenguthaben zwanzig Cent. Die Änderung für die Postpaid-Kunden geht allerdings mit einer Absenkung der monatlichen Grundgebühr um rund drei Euro einher.

          So schnell wie möglich, frühestens im Frühsommer, will die Telekom zudem einen speziellen Tarif für Vielnutzer einführen, wie ein Sprecher ihrer Mobilfunkholding T-Mobile sagte. Die leichte Tarifsenkung gelte für 70 Prozent der SMS, von denen insgesamt jeden Monat rund 800 Millonen Stück das Telekom-Netz durchliefen. Der Konzern hat gut 23 Millionen Handy-Teilnehmer in Deutschland. Im vierten Quartal kamen netto, also nach Abzug der Kündigungen, 526.000 Kunden hinzu, von denen rund 56 Prozent einen Vertrag hatten.

          Ähnliche Preise

          Von den Wettbewerbern verlangt D2 Vodafone derzeit knapp 20 Cent, während bei E-Plus eine SMS innerhalb des eigenen Netzes acht Cent und nach außen zwanzig Cent kostet. Bei Viag Interkom sind zwölf bzw 20 Cent zu zahlen. Quam berechnet für eine SMS (Short Message System) 19 Cent.

          Diese elektronischen Mitteilungen, die auf den Displays der Handys erscheinen, haben in den vergangenen beiden Jahren in Deutschland eine unerwartet große Nachfrage erfahren. Mittlerweile machen SMS mehr als zehn Prozent am Gesamtumsatz der Mobilfunkanbieter aus. 1999 waren es erst drei Prozent. Im Jahr 2000 wurden nach Angaben der Regulierungsbehörde 11,4 Milliarden Kurznachrichten versandt.

          Ministerschelter für die Telekom

          Verbraucherschutzministerin Renate Künast bezeichnete das Vorgehen der Telekom in Brüssel als “Marktmissbrauch zu Lasten der Jugendlichen“, die in die Verschuldung getrieben werden könnten. “Wir werden den Markt genau beobachten“, sagte die Grünen-Politikerin. Gegebenenfalls müsse man über eine Regulierung des Segments nachdenken. Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Klaus Barthel hatte in einem Zeitungsinterview vom Wochenende gesagt, bei einem Nachziehen anderer Anbieter und mithin einem möglichen Missbrauch von Marktmacht wäre nicht auszuschließen, die bisher auf das Festnetz beschränkte Regulierung auf den Mobilfunkbereich auszuweiten.

          Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post hält derzeit ein Eingreifen auf dem Markt für SMS-Kurznachrichten nicht für notwendig. Hier herrsche Wettbewerb, da die Verbraucher die Auswahl unter mehreren Anbietern hätten, ließ ihr Präsident Matthias Kurth erklären. Sollten allerdings die SMS-Preise auf breiter Front in die Höhe schießen, müsste man sich die Lage genauer ansehen.

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