https://www.faz.net/-gqe-3xhj

Telekommunikation : Düstere Zeiten für IT- und Telekombranche

  • Aktualisiert am

Dunkle Wolken über der Branche Bild: dpa

Im laufenden Jahr werden die IT- und Telekommunikationsbranche vermutlich ihren ersten Umsatzrückgang verzeichnen.

          1 Min.

          Der Verband der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche Bitkom erwartet in diesem Jahr erstmals sinkende Umsätze. Der Markt für Informationstechnik und Telekommunikation (ITK) wird nach Ansicht des Bitkom im Jahr 2002 ein Minus von 1,3 Prozent verbuchen. „Ich glaube und hoffe, dass wir im kommenden Jahr nicht mehr den Rückgang haben werden wie in diesem", sagte Bitkom-Präsident Volker Jung in München.

          Für 2002 wird nur noch ein Umsatz von 136,1 Milliarden Euro erwartet. Auch die Zahl der Arbeitsplätze wird voraussichtlich erstmals seit Anfang der 90-er Jahre rückläufig sein. Bitkom geht davon aus, dass im laufenden Jahr bundesweit gut drei Prozent der Stellen und damit rund 28.000 Arbeitsplätze wegfallen.

          Stabilere Umsätze im Jahr 2003

          Für das kommende Jahr geht der Verband allerdings von einer Stabilisierung der Umsätze aus. Bitkom erwartet einen Anstieg der Umsätze in Deutschland von 0,4 Prozent auf rund 136,5 Milliarden Euro.

          Weiter zurückgehen werden die Umsätze voraussichtlich im Bereich Übertragungstechnik - von 18 Prozent Rückgang ist hier die Rede. Für den Bereich Multifunktionsgeräte sagt Bitkom einen Zuwachs von zehn Prozent voraus. Bei Internet-Diensten erwartet der Verband ein Plus von 16 Prozent.

          Trendwende bei Festnetz und Mobilfunk erst später

          Nur langsam erholen werden sich vermutlich der Bereich Festnetztelefonie und der Mobilfunkmarkt. Bitkom meint, dass in der Festnetzsparte erst 2004 ein Überschreiten der Talsohle möglich wird. Beim Mobilfunk befürchtet Verbandspräsident Jung, dass die Trendwende noch ein Jahr später kommt. Der Stellenabbau in der gesamten Branche werde sich unterdessen fortsetzen, sagte Jung. Allerdings sollten weniger Arbeitsplätze verloren gehen als im laufenden Jahr.

          Zehn Forderungen für die neue Legislaturperiode

          Der Bitkom-Präsident forderte daher die Bundesregierung auf, mutige Reformen im Bildungssektor, im öffentlichen Bereich, im Gesundheitswesen und im Arbeitsrecht zu wagen. Nach wie vor besitze die Computer- und Telekommunikations-Branche ein enormes Potenzial. „Ob und wie schnell sich dieses Potenzial wieder entfalten kann, liegt nicht zuletzt an den Spielregeln, die die Politik setzt“, sagte Jung, der ein 10-Punkte-Programm der Branche für die neue Legislaturperiode vorlegte.

          Bitkom vertritt nach eigenen Angaben 1300 Unternehmen der Informationstechnologie und der Telekommunikation. Die Firmen beschäftigen mehr als 700.000 Mitarbeiter und erzielten zuletzt einen Jahresumsatz von etwa 120 Milliarden Euro.

          Weitere Themen

          Geld nur für E-Autos

          FAZ Plus Artikel: Konjunkturpaket : Geld nur für E-Autos

          Anders als gefordert, bekommt die Autobranche keine Prämien für Verbrenner. Die großen Hersteller und Zulieferer halten das aus. Aber was passiert mit den kleineren Zulieferern?

          Anwalt der McCanns setzt große Hoffnung auf neue Ermittlungen Video-Seite öffnen

          Deutscher unter Verdacht : Anwalt der McCanns setzt große Hoffnung auf neue Ermittlungen

          Die neue Spur im Fall der vor dreizehn Jahren verschwundenen Madeleine MacCann macht auch dem portugiesischen Anwalt von „Maddies“ Eltern, Rogerio Alves, große Hoffnung. Besonders die Tatsache, dass die neuen Erkenntnisse von der deutschen Polizei kommen, lässt den Anwalt hoffen, dass der Fall bald geklärt werden kann.

          Die verwirrende Börsenrally

          Scherbaums Börse : Die verwirrende Börsenrally

          Der Dax klettert weiter in Richtung Allzeithoch, während das Gros der deutschen Konzerne es kaum wagt, wegen der Corona-Krise eine seriöse Prognose für das laufende Jahr abzugeben. Was sollen Anleger von einer solchen Börse halten?

          Topmeldungen

          Michael Zahn hat sich mit Äußerungen zur Wohnungspolitik in Berlin nicht überall beliebt gemacht.

          Deutsche-Wohnen-Chef Zahn : Der unbeliebte Vermieter

          Nach 14 Jahren hat die deutsche Hauptstadt wieder einen Dax-Konzern. Michael Zahn ist der Mann, der ihn führt. Doch viele Berliner sind auf den Immobilienmanager nicht gut zu sprechen.
          Die Firmenzentrale des Zahlungsdienstleisters Wirecard im bayrischen Aschheim.

          Marktmanipulation : Bafin zeigt Wirecard an

          Nach den Vorwürfen wegen Marktmanipulation gegen den Zahlungsdienstleister hat nun die Finanzaufsicht Bafin Anzeige erstattet. Die Geschäftsräume des Unternehmens in Bayern wurden untersucht. Die Vorwürfe richten sich gegen Vorstände.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.