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Maximal 19 Cent pro Minute : Telefonieren ins EU-Ausland wird günstiger

  • -Aktualisiert am

Ein Mann telefoniert mit seinem Mobiltelefon. Bild: dpa

Die Europäische Union deckelt von Mittwoch an die Preise für Auslandstelefonate innerhalb des Binnenmarktes. Wie sehr Kunden davon profitieren, hängt stark vom Land des Gesprächspartners und vom Anbieter ab.

          Telefonieren ins europäische Ausland wird ab Mittwoch billiger. Die Europäische Union deckelt ab dem 15. Mai die Gebühren für Telefonate in andere Mitgliedsstaaten auf 19 Cent je Minute, unabhängig davon, ob vom Festnetz- oder Mobiltelefon angerufen wird. SMS dürfen noch maximal 6 Cent kosten. Die Obergrenzen gelten für Nettopreise, einschließlich der deutschen Mehrwertsteuer ergeben sich also etwa 23 Cent je Minute und 7 Cent pro SMS.

          Der Europäische Verbraucherschutzverband zeigte sich schon im November sehr zufrieden, als die Regelung vom Europäischen Parlament beschlossen wurde. Europäische Verbraucher würden zukünftig „in dem meisten Fällen für ihre Anrufe ins EU-Ausland erhebliche Kosten einsparen“, erklärte ein Sprecher der Organisation.

          Preise für EU-Auslandstelefonate variieren in Deutschland aktuell sehr stark. Vodafone verlangt zum Beispiel in seinen Prepaid-Mobilfunktarifen momentan 29 Cent pro Minute für Anrufe ins bulgarische, finnische, schwedische oder irische Mobilfunknetz, sogar 35 Cent für Anrufe ins slowenische Netz und 49 für Anrufe nach Liechtenstein, das zwar nicht der EU, aber dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) angehört. Für die EWR-Staaten – dazu gehören neben Liechtenstein auch Island und Norwegen – wird die neue Regelung ebenfalls gelten.

          Bisher lagen Preise bei bis zu 1,99 Euro

          Wer hingegen zum Beispiel ein polnisches oder österreichisches Mobiltelefon anruft, der zahlt nur 10 Cent in der Minute. Anrufe ins Festnetz der meisten EU-Länder kosten schon jetzt unter 10 Cent. Deutlich teurer ist die Telekom. Sie verlangt in ihren Prepaid-Mobilfunktarifen pauschal für Auslandstelefonate in alle Länder 1,99 Euro in der Minute. Für Vertragskunden beider Anbieter werden in den meisten Tarifen zwischen 69 und 98 Cent fällig. O2 verlangt je nach Tarif zwischen 29 Cent und 1,99 Euro.

          Flatrates, bei denen ein Festpreis für unbegrenzte Anrufe ins Ausland gilt, bleiben weiterhin möglich. Kunden mit einem solchen Tarif würden aber nach einer Frist von zwei Monaten automatisch ab dem 15. Juli in einen regulierten Tarif transferiert. Die neuen Obergrenzen würden dann greifen, wenn ein Kunde ein vereinbartes Inklusiv-Gesprächsvolumen überschreitet. Die Bundesnetzagentur empfiehlt, dass Kunden rechtzeitig prüfen sollten, welcher Tarif unter der Neuregelung für sie am günstigsten ist.

          Schon seit zwei Jahren sind innerhalb der EU teure Roaming-Gebühren nicht mehr erlaubt. Urlauber und Geschäftsreisende können seitdem ihr Handy auch im EU-Ausland nutzen wie zu Hause und mit ihrer deutschen SIM-Karte online gehen oder in Deutschland anrufen. Die Roaming-Richtlinie führte zu einem starken Anstieg der grenzübergreifenden Mobilfunknutzung, berichtete die EU-Kommission im Dezember. Anrufe aus dem deutschen in ein ausländisches Netz blieben aber bisher eine Kostenfalle. Hierbei handelt es sich nicht um Roaming. Das führt dazu, dass es günstiger sein kann, zum Beispiel während eines Aufenthaltes in Großbritannien mit deutscher SIM-Karte eine Nummer in Deutschland anzurufen als eine britische.

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