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Technologie : HP hat verborgene Werte

  • -Aktualisiert am

HP, mehr als nur PC Bild: dpa

Die PC-Hersteller stecken in der Krise. Hewlett-Packard hat aber Möglichkeiten, sich dem allgemeinen Szenario zu entziehen.

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          HP macht 61 Prozent seiner Umsätze mit den Märkten in Übersee, und diese Länder scheinen jetzt die schwache PC Nachfrage des US Marktes abzubekommen,“ kommentiert Daniel Kunstler, Analyst bei J.P. Morgan in San Francisco die Weltmarktumstände für Hewlett Packard.

          Dass er mit dieser Einschätzung nicht alleine dasteht, bestätigen sogar die HP-Vorstände, wenn sie von einem Rückgang der Nachfrage in Asien und Lateinamerika sprechen. “Wir halten die HP-Aktie daher für fair bewertet und raten sie wie den Rest des Marktes, auf 'hold',“ so die Beurteilung Kunstlers.

          Aktie unter- oder fair bewertet?

          “Für uns ist das Papier mit seinem aktuellen Kurs im oberen 20-Dollar Bereich unterbewertet, und daher sprechen wir eine Kaufempfehlung aus,“ meint Richard Chu, Analyst von S.G. Cowen letzte Woche. “Dabei sind uns die rückläufigen Umsätze am Computermarkt sicher bewusst, wenn man aber die äußerst lukrative Drucker- und Bildverarbeitungssparte bei HP betrachtet, so gibt das begründeten Anlass zu positiver Stimmung,“ führt Chu weiter aus.

          Druckersparte rettet Umsatz

          Unvorstellbare zwei Drittel des HP Gesamtumsatzes kommen nämlich aus dem Verkauf von Druckerpatronen und anderen Verbrauchsartikeln, die man benötigt, um PC-Drucker funktionstüchtig zu erhalten. “Mit einer derart dominanten Markstellung kann HP in diesem Segment mit einem jährlichen Wachstum von bis zu 20 Prozent rechnen,“ schliesst sich Peter Frowler, PC - Analyst bei J.D. Edwards der Meinung von Richard Chu an. “Selbst wenn das gesamte PC-Segment bei HP nichts wert ist, halten wir den aktuellen Aktienkurs für durchaus fair bewertet, alleine wegen des Drucker- und Bildverarbeitungsgeschäfts bei HP,“ so Frowler weiter.

          PC - Sparte nichts wert?

          Also totale Narrenfreiheit auf dem Computermarkt? “Allein der Markenname Hewlett-Packard ist stark genug, um selbst unter widrigen Umständen ein Big Player im PC-Markt für Endabnehmer zu bleiben. Auf der anderen Seite wird HP aber langfristig nicht jede Nische besetzen können, was auch gar nicht sinnvoll wäre,“ beurteilt Frowler die künftige Produktpolitik von HP.

          “Beispielsweise werden sie ihren kleinen Marktanteil im Bereich High-End Business Computer nicht halten können und sollten auch an ihrem Segment für Branchenlösungen nicht mit aller Gewalt festhalten. Wo sie aber absolutes Wachstumspotential haben, ist der Servermarkt,“ so Frowler weiter.

          “Hier ist zu bemerken, dass sich der Abstand zu Sun Microsystems zunehmend verringert, ein Faktum, das uns gemeinsam mit der starken Position im Druckergeschäft dazu veranlasst, die Aktie langfristig im End-30 Dollar Bereich zu sehen.“ Und das vor einem drohenden PC-Preiskrieg. Wenn das kein Geheimtip ist...

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