https://www.faz.net/-gqe-9ndl2

Der Volkswirt : Bedroht Digitalisierung die Arbeitswelt?

  • -Aktualisiert am

Maschinen und ihre zunehmend wichtiger werdende Rolle auf dem Arbeitsmarkt können den Anteil der Lohneinkommen am Sozialprodukt sinken lassen. Doch werden sie den Menschen jemals gänzlich ersetzen? Bild: Peter von Tresckow

Fast die Hälfte aller Arbeitsplätze sei durch den technischen Wandel gefährdet, lauten extreme Schätzungen. Doch diese blenden wesentliche Faktoren aus. Unterm Strich könnten mehr neue Stellen entstehen – aber es bleiben riesige Herausforderungen.

          7 Min.

          Viele Menschen spüren, dass neue technologische Möglichkeiten wie Künstliche Intelligenz oder fortgeschrittene Robotik die Art und Weise, wie wir arbeiten, binnen kurzer Zeit tiefgreifend verändern werden. Auch die Politik stellt sich darauf ein. So ist im Bundesarbeitsministerium nach der letzten Wahl eine ganz neue Abteilung Digitalisierung und Arbeitswelt mit einer Denkfabrik entstanden, die Problemlösungen für die digitale Arbeitsgesellschaft von morgen entwickeln soll.

          Die Herausforderungen durch die digitale Transformation von Arbeit sind komplex. Und sie lassen sich nicht losgelöst von anderen Megatrends betrachten, wie dem demographischen Wandel und der Globalisierung. So zeigte eine Studie der amerikanischen Volkswirte Daron Acemoglu und Pascual Restrepo, dass in Regionen, in denen die Erwerbsbevölkerung stärker altert, vermehrt Roboter eingesetzt werden. Demnach lenkt der demographische Wandel den technologischen Fortschritt hin zu mehr Automatisierung, damit höhere Produktivität das Fehlen von Arbeitskräften im mittleren Alter ausgleicht. Diese in der alternden Gesellschaft an sich wünschenswerte Stärkung des Wachstumspotentials geht jedoch mit einem höheren Beschäftigungsrisiko vor allem in den Teilen der Wirtschaft einher, die mit leicht automatisierbaren Produktionsweisen operieren.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Wie sensibel darf es sein? Der Philosoph Richard David Precht während der phil.Cologne im September 2021

          Precht und Flaßpöhler : Sie nennen es Freiheit

          Die haltlosen Behauptungen der Impfskeptiker dringen immer weiter in die bürgerliche Mitte vor. Für die neue pandemische Situation ist das fatal.
          Bei sechsstelligen Beträgen auf dem Girokonto kassieren Banken gerne „Parkgebühren“.

          Tipps zum Umgang mit Geld : Wie Sie die Schulden wieder loswerden

          Wer viel Geld auf dem Girokonto hat, muss Strafzinsen zahlen. Deswegen würden viele Anleger jetzt gerne alte Kredite schneller tilgen, doch die Banken blockieren. Mancher Weg aus diesem Dilemma erfordert starke Nerven.