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Technik / Maschinenbau : Siemens ohne Konzept für die Handysparte

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET

Der Siemens-Konzern hat im Auftaktquartal 2004/05 bei sinkendem Umsatz einen Anstieg beim operativen Gewinn verbucht. Einen konkreten Ausblick blieb der Konzern ebenso schuldig wie ein Konzept für das Handygeschäft.

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          Siemens-Chef Heinrich von Pierer tritt nach mehr als zwölf Jahren an der Konzernspitze mit einem deutlich über den Erwartungen liegen Quartalsgewinn ab. Einen konkreten Ausblick für das laufende Geschäftsjahr blieb der Konzern am Donnerstag aber ebenso schuldig wie ein Konzept für das defizitäre Handygeschäft.

          Unter dem Strich gebe es Chancen, das Konzernergebnis auf vergleichbarer Basis auch im laufenden Geschäftsjahr 2004/05 zu verbessern, sagte der scheidende Vorstandschef am Donnerstag auf der Hauptversammlung in München. „Jedenfalls sind alle Anstrengungen darauf gerichtet.“

          Sonderlasten in der Kommunikationssparte

          Die ertragsstarken Bereiche würden ihren Erfolgsweg fortsetzen, und auch die von der Pannenserie bei den Trambahnen geplagte Bahnsparte TS werde wieder schwarze Zahlen schreiben. Bei der Kommunikationssparte Com und dem IT-Dienstleister SBS werde es Sonderlasten geben. „Die damit zusammenhängenden Ergebniseffekte lassen sich noch nicht im Einzelnen kalkulieren.“

          Damit zieht sich die Restrukturierung des in zahlreichen Geschäftsgebieten tätigen Industriekonzerns weiter hin. Von Pierer, künftig Chef des Aufsichtsrats, hatte auf der Hauptversammlung eigentlich schon einen konkreten Ausblick für das laufende Jahr geben wollen. Der amerikanische Konkurrent General Electric (GE) hat für 2005 einen Gewinnanstieg um zehn bis 15 Prozent angekündigt.

          Siemens-Aktie bei Handelseröffnung im Minus, später im Plus

          Der operative Gewinn kletterte im Quartal von Oktober bis Dezember auf 1,43 (1,36) Milliarden Euro, von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten mit einem Rückgang gerechnet. Unter dem Strich übertraf Siemens mit 1,00 (0,73) Milliarden Euro die Schätzungen ebenfalls, hierin enthalten war jedoch ein Sondererlös von 208 Millionen Euro aus dem Verkauf von Juniper-Aktien. Der Umsatz sank um ein Prozent auf 18,17 (18,33) Milliarden Euro.

          Als „Ertragsperlen“ stellten sich dabei erneut die Bereiche Automatisierungstechnik (A&D), Kraftwerksbau (PG), der Automobilzulieferer VDO und die Medizintechnik (Med) heraus. Allerdings blieben sowohl Med als auch PG unter den Ergebnissen des Vorjahresquartals. Der zum 1. Oktober gebildete neue Kommunikationsbereich Com, die mit 60.000 Mitarbeitern und 18 Milliarden Jahresumsatz größte Sparte im Konzern, startete bereinigt um den Ertrag aus dem Verkauf der Juniper-Papiere mit einem Ergebniseinbruch auf 32 (Vorjahr 174) Millionen Euro.

          Die Siemens-Aktie verlor nach Veröffentlichung der Zahlen zunächst bis zu 1,5 Prozent, drehte dann aber ins Plus und notierte am Vormittag 62,58 um 1,3 Prozent im Plus.

          Keine Lösungsvorschläge für die Handysparte

          Eine Lösung für das marode Handygeschäft, das seinen operativen Verlust im Quartal auf 143 (Vorquartal 141) ausweitete, präsentierte von Pierer den Aktionären nicht. „Besonders groß ist die Problemlage bei den Mobiltelefonen", räumte er ein. Es gebe einen Fahrplan, Siemens werde diesen „zügig, aber nicht hastig“ abarbeiten und eine Lösung in den nächsten Wochen präsentieren.

          Von Pierer ließ durchblicken, daß er eine Schließung wegen der damit einhergehenden Wertevernichtung und der Beschädigung der Marke Siemens kritisch sehe. Alle vier Optionen - Verkauf, Schließung, Kooperation und Sanierung - bestünden aber fort.
          Analysten hatten spekuliert, asiatische Firmen wie der Partner Ningbo Bird, NEC oder BenQ könnten an dem Handy-Hersteller interessiert sein. In Branchenkreisen war aber daran gezweifelt worden, daß die Münchener einen Interessenten finden würden.

          Vorstandschef von Pierer wechselt mit der Hauptversammlung in den Aufsichtsrat, wo er den Vorsitz übernehmen will. Sein Nachfolger Klaus Kleinfeld steht vor der Aufgabe, die vielen nach wie vor renditeschwachen Sparten des Konzerns auf Erfolgskurs zu bringen. Kleinfeld gilt als harter Sanierer und hat bereits das verlustreiche Geschäft in den Vereinigten Staaten wieder in die Gewinnzone gebracht.

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