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Technik / Maschinenbau : China-Wochen bei Siemens

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Nicht nur Telefone läßt Siemens in China produzieren Bild: AP

Siemens' China-Geschäft läuft auf Hochtouren. Der Umsatz ist im abgelaufenen Geschäftsjahr um 15 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro gestiegen. Inzwischen beschäftigt der Münchner Konzern über 30.000 Chinesen.

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          Das Geschäft des Siemens-Konzerns in China läuft auf Hochtouren. Im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2004 seien erhebliche Zuwachsraten in dem Land erzielt worden, berichtet das Unternehmen am Donnerstag in Peking.

          „Wir haben Marktanteile gewonnen und setzen uns gegen globale und nationale Wettbewerber durch“, erklärte Siemens-Chef Heinrich von Pierer. Auch in Zukunft will Siemens auf dem weltweit drittgrößten Markt für Elektrotechnik und Elektronik weiter kräftig wachsen und neue Jobs schaffen.

          Neun weitere Niederlassungen geplant

          Den Angaben zufolge stieg der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr in China wechselkursbereinigt um 15 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro, der Auftragseingang verbesserte um 20 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Einer der wesentlichen Wachstumsmotoren sei der Ausbau des Niederlassungsnetzes gewesen, erklärte das Münchner Unternehmen. Die Zahl der Niederlassungen stieg um elf auf mittlerweile 38, neun weitere sollen in diesem Jahr hinzukommen.

          Heinrich von Pierer

          Beigetragen zum Umsatz- und Auftragsboom hat auch die steigende Nachfrage nach Kraftwerken. China kämpft angesichts des steilen Konjunkturaufschwungs mit Engpässen bei der Elektrizitätsversorgung. Siemens hatte im Herbst mit einem ersten Auftrag den Einstieg auf den chinesischen Gasturbinen-Markt geschafft. Mit Dampfkraftwerken ist der Konzern bereits länger dort vertreten.

          Analysten zeigen sich wenig überrascht

          Analysten stufen das Umsatzwachstum von Siemens in China als „unspektakulär“ und “wenig überraschend“ ein. In der Aussage des Vorstandsvorsitzenden von Pierer fehlten konkrete Aussagen und Daten, um die „über der Erwartung“ ausgefallene Entwicklung des China-Geschäftes auch fassen zu können.

          Das abgelaufene Geschäftsjahr 2003/04 sei für Siemens bereits Ende September zu Ende gegangen, damit gehörten die veröffentlichten Daten eher der Vergangenheit an und seien für die aktuelle Entwicklung weniger relevant, heißt es. Die meisten Aufträge aus dem Reich der Mitte seien bekannt und es stelle damit nur eine Rechenaufgabe dar, den um 20 Prozent gestiegenen Auftragseingang zu prognostizieren.

          5.000 weitere Stellen in diesem Jahr

          Mit 31.000 Mitarbeitern ist Siemens bereits einer der größten ausländischen Arbeitgeber in China. Im vergangenen Geschäftsjahr wurden 4.000 neue Mitarbeiter eingestellt, im laufenden Jahr sollen weitere 5.000 neue Jobs hinzukommen, „um die ehrgeizigen Wachstumsziele zu erreichen“, wie das Unternehmen erklärte. Zudem will Siemens in den nächsten Jahren insgesamt mehr als 1 Milliarde Euro in China investieren. Derzeit erwirtschaftet der Konzern fünf Prozent des Gesamtumsatzes in dem Riesenreich.

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