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Taxifahrer im Gespräch : „Von Uber kaufe ich bestimmt keine Aktie“

  • -Aktualisiert am

Wenn das Gesetz geändert wird und der Markt für alle frei wird, geht das nach hinten los. Dann gibt es nicht mehr genügend Kunden, und viele Betriebe gehen kaputt. Die anderen Anbieter kommen mit viel Geld und bieten die Fahrten dadurch günstiger an. Ich kenne Mietwagenbetriebe, die für Uber fahren und subventioniert werden. Uber garantiert denen einen gewissen Umsatz in der Stunde. Nur dadurch halten sie das Geschäft am Laufen.

Dann können Sie jetzt bei Uber einsteigen, die gerade an die Börse gegangen sind. Kaufen Sie deren Aktien?

Definitiv nicht.

Warum nicht? Sie könnten von deren Geschäft profitieren.

Ich will mit dieser Firma nichts zu tun haben. Dass die einen Gewinn einbringen, glaube ich nicht. Uber hat im ersten Quartal eine Milliarde Dollar Verlust gemacht.

In Frankfurt vermittelt Uber wieder Mietwagen mit Fahrer. Hat das Ihr Geschäft verschlechtert?

Seit dem 5. Dezember ist Uber in Frankfurt und hat einen Teil unserer Kundschaft weggenommen.

Haben Sie Angst vor der neuen Konkurrenz?

Wir müssen uns der Konkurrenz stellen, solange der Wettbewerb fair bleibt. Auch alle großen Autohersteller wollen in unseren Markt. Mercedes und BMW wandeln die App „Mytaxi“ in „Free Now“ um und möchten so schnell wie möglich Mietwagenfahrer vermitteln.

Warum ist das gefährlich?

Bisher haben sie nur Taxis vermittelt, aber ab Juni wollen sie Mietwagendienste anbieten. Unsere Kundschaft wird in die Mietwagen gelenkt.

Stoppen die Taxifahrer dann die Zusammenarbeit mit Mytaxi?

Das hätten wir schon längst lassen sollen. Was die mit unseren Daten machen, die wir jahrelang geliefert haben! Ich habe nie mitgemacht, weil ich früh Angst hatte, dass die sich gegen uns wenden.

Wenn es mehr Anbieter gibt, ist das doch gut für den Kunden.

Vielleicht am Anfang, wenn sich die Neuen unterbieten. Aber auch die mit dem meisten Geld werden später die Preise erhöhen. Dann muss der Verbraucher plötzlich tiefer in die Tasche greifen. Das sehen wir heute schon bei Uber in Frankfurt: Wenn viele ein Taxi brauchen wie zu Messezeiten, steigen die Preise um 25 Prozent. Am Silvesterabend hat eine Uber-Fahrt von Frankfurt nach Mainz 280 Euro gekostet. Bei uns zahlt der Kunde dafür zwischen 70 und 80 Euro – egal an welchem Tag!

Eine Taxifahrt ist auch nicht billig.

Zu normalen Uhrzeiten sind wir etwas teurer als andere, aber nicht teuer. In Frankfurt sind die Entfernungen gering. Sie kommen aus der Innenstadt zum Flughafen für 35 Euro.

Der Kunde könnte Geld sparen, wenn er sich die Fahrt automatisch mit anderen teilt, die in die gleiche Richtung müssen.

Wir hatten das auch mal überlegt. Aber das passt nicht zu unserer Tarifpflicht.

Dann ist es gut, wenn neue Anbieter Bewegung reinbringen.

Die Wartezeit ist ein Problem. Der Kunde möchte vorher wissen, was eine Fahrt kostet. Dafür muss die verkehrsbedingte Wartezeit aus dem Tarif heraus. Dann können wir anhand der Kilometer einen verbindlichen Preis nennen.

Bis das gelingt, dauert es doch ewig.

Die Stadt genehmigt den Tarif, aber unsere Verbände können das vorbereiten. Um den Tarif anzupassen, mit dem wir jetzt fahren, hat es etwas mehr als ein Jahr gedauert. Möglich ist es.

Taxis haben ein Monopol und Privilegien, wozu die Standflächen gehören. Womit ist das noch zu rechtfertigen?

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