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Taxi Start-Up : New Kid on the Block

Gutes Geschäft: Auf den Straßen von Tallinn sammeln Taxifahrer meist mehrere Gäste ein. Bild: Getty

Markus Villig war noch Schüler, als er eine App für Taxis entwickelte. Vier Jahre später ist sein Start-up mehr als eine Milliarde Dollar wert. Nicht alle in der Branche freut der frische Wind.

          4 Min.

          Die Sonne ist schon vor ein paar Stunden aufgegangen. Die Insel Saaremaa liegt so weit im Norden Europas, dass sie dort im Sommer gegen halb fünf aus dem Meer auftaucht. Heidi und Ewelin taumeln aus dem Gelände des Musikfestivals „I Land Sound“, das die Insel einmal im Jahr in eine vibrierende, leuchtende Party-Hochburg verwandelt. Sie haben gefeiert, getanzt, getrunken. Jetzt ist es halb sieben, und die jungen Frauen wollen noch nicht schlafen. Ewelin zückt das Handy, tippt darauf herum. Keine fünf Minuten später bringt sie ein Taxi zu einer After-Party. Auf einer der einsamsten Inseln in der Ostsee.

          Theresa Weiß

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Auf Saaremaa leben drei Prozent der estnischen Bevölkerung. Und die umfasst insgesamt nur 1,3 Millionen Menschen. Dass man dort trotzdem morgens um halb sieben sofort ein Taxi bekommt, liegt an einem Mann namens Markus Villig. Der 24 Jahre alte Este gehört weder zum Partyvolk auf dem Festival, noch lebt er in Saaremaa oder kommt da gebürtig her. Er sitzt 200 Kilometer entfernt in Estlands Hauptstadt Tallinn und leitet die Geschäfte des estnischen Uber-Konkurrenten Taxify. Die App, mit der Taxikunden schnell und günstig eine Fahrt vermittelt wird, hat mittlerweile mehr als zehn Millionen Kunden in 40 Städten in Europa und Afrika. 500.000 Fahrer sind registriert – manche von ihnen fahren die Taxis auch in den entlegensten Ecken der Welt. Etwa auf Saaremaa.

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