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Tarifverträge : Der Staat bezahlt seine Leute falsch

  • -Aktualisiert am

Mitarbeiter des Besucherservices der Schlösserstiftung in Potsdam demonstrieren im Januar 2020 vor dem Landtag. Bild: ZB

Mit der Virus-Krise lassen sich pauschale Gehaltsaufschläge nicht rechtfertigen. Es braucht eine Reform des Tarif-Systems – und dabei sollte es nicht in erster Linie um Bedürftigkeit gehen.

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          Die Zahl klingt unglaublich. 4,8 Prozent mehr Lohn und Gehalt verlangt die Gewerkschaft für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst – während andere Berufsgruppen große Einbußen zu verkraften haben. Manche Deutsche kämpfen um ihre nackte Existenz. Soloselbständige, deren Geschäft wegen Corona darniederliegt, werden auf Hartz IV verwiesen. Selbst Kurzarbeiter, die laut Umfragen noch relativ zufrieden sind, verlieren im günstigsten Fall immer noch 13 Prozent der Einnahmen. Oft müssen sie um ihren Job fürchten.

          Die Gewerkschaft argumentiert mit den „Corona-Helden“, vor allem den Pflegekräften in staatlichen Krankenhäusern. Ganz so einfach ist es aber nicht. Die Pflegekräfte machen nämlich nur einen kleinen Bruchteil der Beschäftigten bei Bund, Ländern und Kommunen aus. Mit der Virus-Krise lassen sich pauschale Gehaltsaufschläge nicht rechtfertigen, dazu sind die Berufsbilder zu unterschiedlich – und das Engagement der Beschäftigten im Lockdown auch. Wer etwa als Professor eine engagierte Lehre machte, war stärker gefordert als zuvor; wer das Ganze als Freisemester ansah, taugt nicht zum Corona-Helden.

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