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Tarifverhandlungen : Verdi auf Konfrontationskurs

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Tariferhöhungen historisch Bild:

Zum Auftakt der Tarifrunde im öffentlichen Dienst haben sich die Fronten zwischen öffentlichen Arbeitgebern und Gewerkschaft verhärtet.

          Zum Auftakt der Tarifrunde im öffentlichen Dienst am Freitag in Stuttgart haben sich die Fronten zwischen öffentlichen Arbeitgebern und Gewerkschaft verhärtet. Verdi-Chef Frank Bsirske warf den Arbeitgebern vor den Gesprächen vor, die Weichen auf Konflikt zu stellen.

          Beharrten sie auf einer Nullrunde für die knapp drei Millionen Arbeiter und Angestellten, dann würden sie eine angemessene Antwort aus den Betrieben erhalten, sagte er. Er verwies auf die Metaller, die ihren Abschluss mit einem Streik erkämpft hatten. Verdi fordert deutlich mehr als drei Prozent höhere Einkommen bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

          „Kommunen haben nichts zu verteilen“

          Dagegen lehnte die Arbeitgeberseite selbst einen Abschluss zwischen zwei und drei Prozent als unrealistisch ab. Nach den Worten der Verhandlungsführers der Gemeinden, Ernst-Otto Stüber (SPD), sollte es in der ersten Runde kein Arbeitgeber-Angebot geben. Er sagte: „Angesichts der Finanzkrise der öffentlichen Kassen ist eine Lohnpause im öffentlichen Dienst durchaus angemessen.“ Die Kommunen hätten nichts zu verteilen.

          Verdi will die „Drei vor dem Komma”

          Verdi will „eine Drei vor dem Komma“

          Bsirske hatte zuvor die Verdi-Forderung bekräftigt: „Wir wollen nichts anderes sehen als eine Drei vor dem Komma.“ Seit Jahren hätten die Beschäftigen weniger Geld als ihre Kollegen in der privaten Wirtschaft erhalten. Es sei es nicht mehr einsehbar, dass zu Gunsten der Reichsten im Land auf Vermögenssteuern in Milliardenhöhe verzichtet werde: „Dafür sind wir nicht bereit, die Zeche zu zahlen.“ Er sprach sich auch für eine höhere Verschuldung des Staates aus. Schließlich werde mehr Geld im Portemonnaie der Beschäftigten die lahmende Binnenkonjunktur beleben.

          Der Bochumer Oberbürgermeister Stüber wies auch die Verdi- Forderung nach einer Anhebung der Ost-Einkommen auf West-Niveau bis spätestens 2007 zurück. Nach Stübers Worten ist ein Sondierungsgespräch zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft noch vor dem zweiten Verhandlungstermin am 18. Dezember in Kassel vereinbart.

          Absage auch an Kompensationen für die Arbeitgeber

          Dabei solle erörtert werden, welche Kompensation die Arbeitgeber für eine eventuelle Einkommenserhöhung erhalten könnten. Als Ausgleichmöglichkeiten nannte Stüber unter anderem Beförderungsmoratorien, Arbeitszeitveränderungen und Einschnitte bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Diesem Ansinnen hatte Bsirske zuvor einen deutliche Absage erteilt. „Halten die uns für bekloppt? “, rief mehr als 400 Demonstranten zu, die der Verdi Forderung mit Fahnen, Transparenten und Trillerpfeifen Nachdruck verleihen wollten.

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