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Tarifstreit : Warnstreiks: Lufthansa streicht Inlandsflüge

  • Aktualisiert am

Stillstand auf allen deutschen Großflughäfen Bild: AP

Ein Warnstreik bei der Lufthansa hat am Morgen zur Streichung von Flügen und Verspätungen an zahlreichen deutschen Flughäfen geführt.

          1 Min.

          Ein Warnstreik bei der Lufthansa hat am Donnerstagmorgen zur Streichung von Flügen und Verspätungen an zahlreichen deutschen Flughäfen geführt. Der mehrstündige Warnstreik des Boden- und Kabinenpersonals betraf Frankfurt, München, Hamburg, Köln, Düsseldorf, Berlin und Stuttgart.

          Insgesamt seien am frühen Morgen 28 Inlandsflüge und zwei Auslandsverbindungen ausgefallen, sagte eine Sprecherin der Fluggesellschaft in Frankfurt. Im Laufe des Vormittags müsse auch mit größeren Verspätungen gerechnet werden. Da vor allem Mitarbeiter der Technik im Ausstand seien, verzögerten sich die Wartungsarbeiten an den Maschinen.

          Am größten deutschen Flughafen Frankfurt traten allein im Bereich Technik 1000 Mitarbeiter in den Warnstreik, sagte Lothar Herbst von der Gewerkschaft Verdi. Zum Höhepunkt der Aktion gegen 7 Uhr dürften nach seinen Worten insgesamt 1500 bis 2000 Beschäftigte die Arbeit niedergelegt haben. Das Ende der Aktion sei für 8 Uhr geplant, in einigen Bereichen könne es jedoch länger dauern. Zunächst seien drei Flüge gestrichen worden. Die Route Berlin sei ein „Schwerpunkt“.

          Neun Prozent "völlig überzogen"

          Die seit Ende Oktober laufenden Verhandlungen waren am Dienstagabend abgebrochen worden. Die Tarifpartner hatten in der vierten Verhandlungsrunde trotz Nachbesserungen am Angebot der Arbeitgeber keine Einigung für die rund 52.000 Mitarbeiter des Boden- und Kabinenpersonals der Lufthansa erzielt.

          Verdi fordert neun Prozent mehr Geld und eine vom Unternehmenserfolg abhängige Gewinnbeteiligung und droht mit einer langen Auseinandersetzung. Die Lufthansa lehnt die Forderungen als „völlig überzogen“ ab. Sie hat angeboten, die Einkommen Anfang 2003 um 2,4 Prozent und gegen Ende dieses Jahres noch einmal um 1,5 Prozent zu erhöhen. Vorgeschlagen wurde zudem eine Ergebnisbeteiligung sowie eine Einmalzahlung für November und Dezember 2002.

          Am zweiten wichtigen Lufthansa Drehkreuz München traten nach Verdi-Angaben 150 Mitarbeiter in den Warnstreik, in Stuttgart sprach die Gewerkschaft von 30 Beschäftigten.

          Wegen des drohenden Irak-Krieges und der anhaltenden Wirtschaftsschwäche hatte Lufthansa-Chef Jürgen Weber vor einigen Tagen frühere Ertragsprognosen korrigiert und erwartet nun erst 2004 eine Rückkehr zur früheren Ertragsstärke. An der Ergebnisprognose von 700 bis 750 Millionen Euro für das Jahr 2002 hielt Weber fest.

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