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Tarifstreit : Warnstreiks blockieren Bahnverkehr an Rhein und Ruhr

  • Aktualisiert am

Bahnhof ohne Zug Bild: AP

Im Tarifstreit bei der Deutschen Bahn haben die Gewerkschaften Transnet und GDBA am Samstag mit ersten Warnstreiks Teile des Nah- und Fernverkehrs in Nordrhein-Westfalen blockiert.

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          Im Tarifstreit bei der Deutschen Bahn haben die Gewerkschaften Transnet und GDBA am Samstag mit ersten Warnstreiks Teile des Nah- und Fernverkehrs in Nordrhein-Westfalen blockiert.

          In Dortmund streikten am Vormittag 50 Beschäftigte des Betriebsbahnhofs, teilten die Gewerkschaften mit. Im Fernverkehr Richtung Köln und Wuppertal sowie im Nahverkehr der Ruhrmetropole könne es zu Behinderungen kommen. In Köln hatten sich zuvor 90 Bahn-Beschäftigte an befristeten Ausständen beteiligt. Dabei fielen vier Züge aus, zwei Dutzend verspäteten sich. Nach Gewerkschaftsangaben sind bis zur Wiederaufnahme der Tarifgespräche am Donnerstag täglich außer Sonntag weitere Warnstreiks geplant.

          Stockende Gespräche

          Die Deutsche Bahn kritisierte, es sei unverständlich, dass die Gewerkschaften bereits jetzt streikten, ohne ein konkretes Angebot der Arbeitgeber abzuwarten. Die Gewerkschaften verwiesen indes auf die stockenden Gespräche in den ersten beiden Tarifrunden. Die Arbeitnehmer fordern fünf Prozent mehr Lohn und die Angleichung der Ost-Gehälter an das Westniveau. Die Bahn will dagegen nach Gewerkschaftsangaben nur einen Inflationsausgleich auf 36 Monate zahlen. Am Mittwoch waren die Tarifgespräche in zweiter Runde ohne Annäherung auf den 6. März vertagt worden.

          Zu den Streikplänen in der kommenden Woche machte Transnet keine genaueren Angaben. Karnevalshochburgen wie Köln und Mainz mit ihren großen Rosenmontagsumzügen sollen jedoch ausgespart werden. Die „Bild"-Zeitung berichtete ohne Quellenangabe, weitere Warnstreiks seien in Bayern, Norddeutschland und den neuen Bundesländern geplant. Transnet-Chef Norbert Hansen erklärte, die Streiks sollten „spontan, beweglich und wirkungsvoll“ sein.

          Urabstimmung wird erwogen

          Die Warnstreiks begannen nach Gewerkschaftsangaben am frühen Samstagmorgen mit einem zweistündigen Ausstand im Betriebsbahnhof Köln. Die Bereitstellung mehrere Fernzüge nach Frankfurt wurde damit behindert. In Köln-Deutzerfeld hätten die Mitarbeiter bis sechs Uhr mehrere Regional- und Fernzüge blockiert. Zudem legten den Angaben zufolge Aufsichtskräfte am Kölner Hauptbahnhof ihre Arbeit spontan nieder und verhinderten eine Stunde lang die Abfertigung der Züge. Die Aktion in Dortmund ist nach Gewerkschaftsangaben bis zwölf Uhr mittag befristet.

          Sollte in die Verhandlungen nicht bald Bewegung kommen, schließen die Gewerkschaften auch die Urabstimmung über einen regulären Streik nicht aus. Bereits in der Vergangenheit hatte es bei der Bahn vereinzelt Warnstreiks gegeben. Zu einem größeren Arbeitskampf kam es in der Nachkriegsgeschichte allerdings nie.

          Angleichung Ost an West

          Die Tarifverhandlungen waren am Mittwoch ergebnislos vertagt worden. Die Bahn-Gewerkschaften fordern fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt und eine sofortige Angleichung der Löhne in Ostdeutschland an das Westniveau. Die Bahn-Spitze strebt dagegen einen Tarifabschluss über drei Jahre mit Inflationsausgleich an. Der Ost-West-Unterschied beim Einkommen soll laut Bahnchef Hartmut Mehdorn „in dieser Zeit wegfallen“.

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