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Tarifstreit : In der Kita verzockt

Die Gewerkschaften wollen im Kita-Tarifstreit den Schlichterspruch nicht akzeptieren. Sie fürchten den Zorn der Basis. Der kommt nicht von ungefähr.

          Als ob die Machtkämpfe bei Bahn und Post nicht schon genug Anschauungsunterricht über missratene Tarifpolitik geliefert hätten, fügt der Kita-Streit nun noch ein unschönes Kapitel hinzu. Natürlich steht es Gewerkschaften stets frei, die Empfehlungen eines von ihnen selbst gerufenen Schlichters, in diesem Fall des erfahrenen Herbert Schmalstieg (SPD), anzunehmen oder nicht. Doch sollte ihnen klar sein, dass eine Ablehnung sowohl der eigenen Glaubwürdigkeit schadet als auch dem Instrument der Schlichtung selbst – von dessen Nutzen man bei nächster Gelegenheit wieder profitieren will.

          Trotzdem wollen die Gewerkschaften mit Verdi-Chef Bsirske an der Spitze den Lösungsvorschlag für die Kitas vorerst nicht als Tarifvertrag unterschreiben. Sie fürchten den Zorn der Basis. Menschlich ist das in der hitzigen Stimmung der Streikteilnehmer nachvollziehbar.

          Man darf aber daran erinnern, wer diese Stimmung – unter Mithilfe einschlägiger Bundesminister – angeheizt hat, um damit den Zuspruch des Kita-Personals zu gewinnen: Es waren dieselben Gewerkschafter mit Bsirske an der Spitze. Eigentlich wäre es schon jetzt Zeit für ein Bekenntnis, dass sie sich verzockt haben.

          Dietrich Creutzburg

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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