https://www.faz.net/-gqe-a4ous

Überlastung : Tarifrunde im öffentlichen Dienst gefährdet neue Grundrente

Die Angestellten des öffentlichen Dienstes fordern mehr Geld. Bild: dpa

Die öffentlichen Arbeitgeber bieten Verdi an, den Zugang zu Altersteilzeit länger offen zu halten. Der Rentenversicherung droht dadurch aber ernste Personalnot – obwohl sie mit der Umsetzung der Grundrente ohnehin schon überlastet ist.

          1 Min.

          Der angestrebte Tarifabschluss im öffentlichen Dienst bringt die Umsetzung der im Juli beschlossenen neuen Grundrente für Geringverdiener in Gefahr. Wie die F.A.Z. aus Kreisen der Rentenversicherung erfuhr, herrschte dort am Donnerstag regelrecht Entsetzen über eine Passage im jüngsten Tarifangebot der öffentlichen Arbeitgeber an die Gewerkschaft Verdi: Dieses sieht neben dem eigentlichen Lohnangebot unter anderem vor, die Tarifregelungen für Altersteilzeit zu verlängern und den Zugang älterer Beschäftigter zu einem vorgezogenen Ruhestand bis Oktober 2023 offenzuhalten. Dies träfe in der Folge auch die Rentenversicherung als Arbeitgeber – in Form einer unerwarteten Personalnot.

          Allein die Rentenversicherung Bund, die für knapp zwei Fünftel aller Rentner zuständig ist, müsse dann ungeplant bis zu 420 ältere Beschäftigte in den vorgezogenen Ruhestand ziehen lassen, hieß es. Sie benötigt derzeit aber alle verfügbaren Kräfte, um für mehrere Millionen Rentner zu prüfen, ob diese die komplizierten Voraussetzungen der Grundrente erfüllen. Im Juni hatte die Rentenversicherung Bund angekündigt, dass sie allein dafür mehr als 1000 neue Sachbearbeiter akquirieren müsse.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Die Intensivstation der Universitätsklinik Frankfurt mit Coronapatienten im April 2020

          Anhaltend hohe Todeszahlen : Wer jetzt noch an Corona stirbt

          Noch verzeichnet Deutschland jede Woche mehr als tausend Covid-Todesfälle. Viele sterben weder im Altenheim noch auf der Intensivstation. Doch wo dann? Die Suche nach der Antwort ist kompliziert.
          Am Ende der Welt: der Checkpoint Kalanchak zur Krim

          Russlands Okkupation : Kein Wasser für die Krim

          Im Donbass wird fast täglich geschossen, um die Krim aber ist es ruhig. Welche Ziele Russland hier verfolgt, verrät ein Blick auf das Asowsche Meer. Eine Reise im Süden der Ukraine.
          Franz-Werner Haas

          CureVac-Chef Haas : Der Anwalt der mRNA

          CureVac-Chef Franz-Werner Haas brennt für die Technologie hinter dem Corona-Vakzin – dabei muss sich sein Impfstoff erst noch beweisen.