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Tarifrunde : Die Crux der gewerkschaftlichen Lohnformel

  • -Aktualisiert am

Bild: dpa

Die IG Metall fordert in der neuen Tarifrunde 6,5 Prozent mehr Gehalt für die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie. Damit hält sie sich alle Türen offen. Ein Kommentar von Nico Fickinger.

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          Vor der Sieben hat die IG Metall dann doch zurückgescheut. Das ist klug. Die Sieben hätte die Erwartungen, in diesem Jahr müsse es ein größeres Lohnplus geben als 2006, weiter angeheizt; ein Abschluss ohne Vier vor dem Komma wäre fast unmöglich geworden. Mit der 6,5-Prozent-Forderung hält sich die Gewerkschaft alle Türen offen (Siehe auch: IG Metall will 6,5 Prozent mehr Geld für Metaller).

          Auch ihr sollte an einem Tarifabschluss gelegen sein, der die zurückliegende gute Branchenkonjunktur spiegelt, ohne die Folgejahre durch eine hohe Prozentzahl unnötig stark zu belasten. Das gelingt am besten durch ertragsorientierte Einmalzahlungen. Denn die Entwicklung zeigt zwar aufwärts, aber nicht mehr so steil wie im Vorjahr.

          Wie ein Mühlstein

          In den weiteren Verhandlungen wird sich allerdings wieder die Crux der gewerkschaftlichen Lohnformel offenbaren: Während diese nach vorn weist, speisen sich die Begehrlichkeiten der Gewerkschafter aus der zurückliegenden Periode. Davon mögen die Arbeitgeber im Aufschwung profitieren; in Phasen der Abkühlung aber hängt ihnen dieser „Nachholbedarf“ wie ein Mühlstein um den Hals.

          Die eleganteste Möglichkeit, dies zu verhindern, ist die Gewinnbeteiligung: Am Ende eines guten Jahres sollten die Metallbetriebe einen ordentlichen Bonus zahlen oder das Weihnachtsgeld aufstocken. Die Arbeitnehmer wären fair bedient - ohne Nachholbedarf und ohne Folgekosten für das neue Jahr.

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