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Tarifkonflikt : Bahn-Streiks drohen im Berufsverkehr

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Viele Pendler müssen sich in den nächsten Tagen auf Verzögerungen und Ausfälle einstellen Bild: dpa

Bahnreisende müssen sich ab Dienstag auf Behinderungen im Regionalverkehr einstellen. Die Warnstreiks der Gewerkschaften Transnet und GDBA richten sich gegen die Deutsche Bahn und die sechs großen Privatbahnen. Treffen könnte es vor allem Pendler am Morgen.

          Bei der Deutschen Bahn laufen die Vorbereitungen für die Warnstreiks in der kommenden Woche auf Hochtouren. Das Unternehmen werde am Dienstag zusätzliche Mitarbeiter einsetzen, „um die Auswirkungen des Streiks für die Reisenden so gering wie möglich zu halten“, sagte ein Konzernsprecher am Wochenende in Berlin.

          Die Bahngewerkschaft Transnet hatte zuvor bekräftigt, dass es ab Dienstag Arbeitsniederlegungen im Regionalverkehr geben wird. „Wir werden den Warnstreik auf alle Bundesländer ausdehnen“, sagte Transnet-Sprecher Oliver Kaufhold der „Berliner Zeitung“. Die Gewerkschaften Transnet und GDBA wollen am Montag Einzelheiten über die geplanten Maßnahmen bekanntgeben.

          Reisende bei allen großen Privatbahnen betroffen

          Nach Informationen des Bielefelder „Westfalen-Blatts“ (Montag) soll der Regionalverkehr bundesweit zwischen 5.00 Uhr und 10.00 Uhr lahmgelegt werden. Die Warnstreiks könnten auch den Fernverkehr in Mitleidenschaft ziehen, wenn auch Fahrdienstleiter streiken, die zum Beispiel Weichen stellen. Transnet-Chef Alexander Kirchner sagte, es gehe den Gewerkschaften nicht darum, Pendler zu treffen. Den Unternehmen solle aber deutlich gemacht werden, dass sie sich bewegen müssten.

          Die Warnstreiks sollen nicht nur die bundeseigene Deutsche Bahn (DB) betreffen, sondern auch die sechs großen Privatbahnen Abellio, Arriva, Benex, Keolis, Veolia und Hessische Landesbahn. Hintergrund sind die seit Wochen laufenden Verhandlungen über einen Branchentarifvertrag für alle Unternehmen mit regionalem Schienenverkehr (siehe Eine vertrackte Tarifrunde bei der Bahn). Das jüngste Angebot der Privatbahnen sehe ein Einkommensniveau vor, dass rund 20 Prozent unter dem der Deutschen Bahn liege. „Das können wir so nicht mitmachen“, betonte Kirchner.

          Die Gewerkschaften Transnet und GDBA wollen im Nahverkehr einen Branchentarifvertrag abschließen. Er soll das Lohnniveau, das für 90 Prozent der Beschäftigten gilt, für alle Beschäftigten verbindlich machen. Bahn-Konkurrenten zahlen derzeit bis zu ein Viertel weniger als der Staatskonzern. Anfang Oktober war auch die sechste Runde der Tarifgespräche bei der Deutschen Bahn ohne Ergebnis abgebrochen worden. Den Privatbahnen war es zuletzt immer häufiger gelungen, sich bei Ausschreibungen gegen die Bahn durchzusetzen; oft profitierten sie dabei von geringeren Lohnkosten.

          Die Deutsche Bahn bezeichnet die geplanten Warnstreiks als völlig unangemessen. „Ein Streik, der anderen Bahnunternehmen außerhalb der DB auf die Sprünge helfen soll, darf nicht auf dem Rücken unserer Kunden ausgetragen werden“, beklagte der DB-Sprecher. „Wir setzen auf die Vernunft aller Beteiligten.“ Die Verhandlungen über einen Branchentarifvertrag seien schon sehr weit.

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