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Takafumi Horie : Chef von Livedoor in Japan festgenommen

  • Aktualisiert am

Börsenstar am Boden: Takafumi Horie Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Der umstrittene japanische Börsenstar Takafumi Horie ist wegen des Skandals um seine Internet-Firma Livedoor festgenommen worden. Der Verdacht auf millionenschwere Bilanzmanipulation hatte vor einer Woche die Börse Tokio nach unten gerissen.

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          Der Chef des japanischen Internet-Unternehmens Livedoor, Takafumi Horie, ist am Montag festgenommen worden. Eine Razzia der Staatsanwaltschaft bei der Firma wegen des Verdachts auf Aktienkursmanipulationen hatte vergangene Woche zu panikartigen Verkäufen und massiven Verlusten an der Tokioter Börse geführt.

          Die Tokioter Ermittlungsbehörde teilte mit, sie habe Horie und drei weitere Livedoor-Führungskräfte wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Wertpapiergesetz festgenommen. Auf seiner persönlichen Internet-Seite hatte der 33jährige am Sonntag geschrieben, er könne sich an keine der Livedoor vorgeworfenen Vergehen erinnern. Es handelt sich um die ersten Festnahmen, seit Medienberichte über eine Betrugsaffäre bei der bekannten japanischen Internet-Firma in der vergangenen Woche den Börsenhandel in Japan zum Erliegen gebracht hatten.

          Der Konzern soll Investoren falsch informiert haben. Außerdem wird dem Unternehmen vorgeworfen, Scheinübernahmen von Firmen eingefädelt zu haben, die es bereits kontrollierte. Dazu habe Livedoor eigene Aktien ausgegeben und sie mit Gewinn verkauft.

          Livedoor lösten den Kurssturz aus
          Livedoor lösten den Kurssturz aus : Bild: dpa/dpaweb

          Ängste bei den Anlegern

          Die Ermittlungen hatten vergangene Woche bei vielen Anlegern Ängste ausgelöst, daß auch andere Technologie-Firmen sie betrogen haben könnten. Deshalb verkauften sie in kurzer Zeit so viele Aktien, daß das Computersystem der Börse in Tokio an den Rande seiner Kapazität gelangte. Der Handel mußte abgebrochen werden.

          Der Studienabbrecher Horie hatte das Vorgängerunternehmen von Livedoor mit nur 50.000 Dollar Startkapital gegründet. Mit seiner aggressiven Übernahmestrategie und einer offensiven Vermarktung seiner eigenen Person als Markenzeichen gelang es ihm, den Börsenwert auf mehr als sechs Milliarden Dollar zu steigern. Livedoors Portal ist die beliebteste Web-Site in Japan. Zudem besitzt die Gruppe fast 50 Software-, Berater- oder E-Commerce-Firmen.

          „Geld verdienen ist alles“

          2004 versuchte Horie, ein professionelles Baseball-Team zu kaufen. Zudem lieferte er sich im vergangenen Jahr einen Übernahmekampf gegen einen großen Medienkonzern. Damit wurde er vollends zu einer Symbolfigur eines neuen dynamischen Japans.

          Ministerpräsident Junichiro Koizumi bewegte den Jungunternehmer sogar zu einer Kandidatur für einen Parlamentssitz. Horie verlor allerdings. Begleitet wurde seine Karriere jedoch schon lange von herber Kritik. Sie entzündete sich zum Beispiel an dem luxuriösen Auftreten des Unternehmers, etwa mit seinem Ferrari und seinem Privat-Flugzeug. Auch Hories erklärtes Lebensmotto provozierte: „Geld verdienen ist alles“.

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