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Wirtschaftsbeziehungen : Taiwan will eng mit Deutschland kooperieren

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Besucher der Messe Semicon Taiwan Mitte September in Taipeh Bild: AP

Nach dem Besuch der US-amerikanischen Parlamentspräsidentin Nancy Pelosi wuchsen die Spannungen zwischen China und Taiwan. Der Inselstaat setzt auf Deutschland als Handelspartner mit einem Volumen von 20 Milliarden Dollar.

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          Vor dem Besuch von Bundestagsabgeordneten in Taipeh hat Taiwans Außenministerium das Interesse an einem Ausbau der Beziehungen zu Deutschland betont. Bei der Feier zur Gründung einer parlamentarischen Vereinigung für die Freundschaft zu Deutschland sagte Vizeaußenminister Tien Chung-kwang am Mittwoch, Taiwan und Deutschland teilten gemeinsame Werte wie Freiheit und Demokratie.

          Deutschland ist Taiwans größter Handelspartner in Europa, während die Insel auf Platz Fünf der deutschen Handelsliste in Asien steht. Eine Delegation von sechs Abgeordneten des „Freundeskreises Berlin-Taipeh“ im Bundestag wird am Sonntag in Taiwan erwartet. Sie wollen sich bis Donnerstag ein Bild von der Sicherheitslage, der Wirtschaftsentwicklung und politischen Situation in der demokratischen Inselrepublik machen.

          Die chinesische Führung in Peking lehnt solche offiziellen Kontakte anderer Länder zu Taipeh entschieden ab, weil sie Taiwan als Teil der Volksrepublik ansieht. Die Spannungen um Taiwan hatten seit Anfang August zugenommen. Aus Verärgerung über den Besuch der Vorsitzenden des amerikanischen Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, hatte Peking großangelegte Manöver gestartet.

          Pelosi-Besuch führte zu Militäreinsätzen Chinas

          Die Visite der Nummer Drei der USA war die ranghöchste seit einem Vierteljahrhundert. Chinesische Kriegsschiffe und Flugzeuge halten seither durch verstärkte Einsätze in der wichtigen Meerenge der Taiwanstraße den militärischen Druck aufrecht.

          Der deutsche Vertreter in Taipeh, Jörg Polster, hob bei der Feier hervor, dass der Handel zwischen Deutschland und Taiwan im vergangenen Jahr 20 Milliarden Dollar überschritten habe.

          Neben dem Wirtschaftsaustausch sei es wichtig, auch die Zusammenarbeit der Regierungen und Parlamente zu stärken. Deutschland unterstütze Taiwans Mitarbeit in internationalen Organisationen wie der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

          Die Teilnahme scheitert allerdings am Widerstand Pekings, das Taipeh international zu isolieren sucht. Mit seiner „Ein-China-Doktrin“ erlaubt China diplomatischen Partner auch nicht, gleichzeitig Beziehungen zu Taiwan pflegen. Deswegen unterhält Deutschland nur eine inoffizielle Vertretung in Taipeh.

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