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Tabakindustrie : Zigaretten sind Alltag, Zigarren Lifestyle

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Zigaretten sind jetzt noch teurer und immer noch genauso ungesund. Dennoch ist der Markt hart umkämpft. Mit aufwendigen Werbekampagnen gelingt es einigen Herstellern, ihre Marke neu und besser zu positionieren. Während die Zahl der Raucher in Deutschland stagniert, sind Zigarren mittlerweile zum Lifestyleprodukt erwachsen.

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          Jetzt merkt man es auch am Zigarettenautomaten. Die Glimmstengel sind teurer geworden - sechs Mark für das Paket, 28 Pfennig pro Stück. Aber dafür auch wieder mit dem 21er Quantum. Jahrelang waren die Automatenpreise mit fünf Mark konstant gehalten worden, der Inhalt jedoch reduziert. Zum Schluss bis auf 17 Stück.

          Die Branche liefert sich seit Jahren einen Preis- und Imagekampf bei einem ungefähr gleich bleibenden Konsumentenkreis in Deutschland. Das Statistische Bundesamt ermittelt: 28 Prozent aller Bundesbürger ab 15 Jahre bezeichneten sich 1999 als Raucher - genauso viele waren es 1995. Männer qualmen häufiger als Frauen (35 zu 22 Prozent), und sie fangen auch früher an (mit 19 im Schnitt). Darüber hinaus die altbekannten Gruppenspezifika: Geschiedene und Erwerbslose rauchen mehr, Busfahrer häufiger als Lehrer.

          Imagekampagnen verschieben Marktverteilung

          Marktführer in Deutschland ist immer noch Marlboro, doch musste sich Philip Morris im Jahr 2000 mit Einbussen anfreunden. British American Tobacco BAT mit Lucky Strike konnte hingegen deutlich zulegen. Insgesamt hält Marlboro mit 32 Prozent vor West mit 11, HB mit 5,7 und den Luckies mit 3,8 Prozent noch deutlich die Spitze. Gezielte Imagekampagnen bescherten der einstigen GI-Marke Lucky Strike den Durchbruch - genauso wie Gauloises, die den früheren Starkzigarettenanstrich ablegen konnte. Allerdings nur auf dem Papier. Forschungsergebnisse zeigen, dass Light, Medium und Starkzigaretten die selben Mengen an Giftstoffen enthalten, auch wenn es auf den Paketen anders vermerkt ist. Es kommt halt immer darauf an, wie sehr und tief man inhaliert.

          Zigarren im Trend

          Einst gingen Marktforscher davon aus, dass Raucher ihrer Marke ein Leben lang treu bleiben. Doch das stimmt nicht: Der Niedergang einstiger Volksmarken wie HB und Attika belegen das. Auch Camel ist auf dem absteigenden Ast in Deutschland, obwohl die Comic-Kamelkampagne doch immerhin einen neuen Pfad einschlug: Weg vom Cool-Image, hin zu mehr Witz in der Zigarettenwerbung. Noch immer machen Zigarettenraucher 97 Prozent der Qualmer aus, den Rest teilen sich die Zigarren-, Pfeifen- und Rilloliebhaber. Doch während die Gesamtzahl der Ziggikonsumenten stagniert, hat sich der Verkauf von Zigarillos und Zigarren seit 1995 verdoppelt. Die Cohiba ist ihr Rentnerstumpenimage los. Doch ein Massenmarkt wird es nicht werden - dafür sorgt der Marktpreis.

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