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Tabak : Reemtsma-Vorstand tritt zurück

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Die Ermittlungen wegen des Verdachts auf Zigarettenschmuggel haben beim Tabakunternehmen Reemtsma zu personellen Konsequenzen geführt. Mehrere Manager sind von ihren Aufgaben entbunden, Vorstandssprecher Häussler hat sein Amt niedergelegt.

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          Die Ermittlungen wegen des Verdachts auf Zigarettenschmuggel haben beim Hamburger Tabakunternehmen Reemtsma zu personellen Konsequenzen geführt. Der britische Mutterkonzern Imperial Tobacco, zu der Reemtsma seit Mai 2002 gehört, suspendierte nach Angaben vom Mittwoch sieben Mitarbeiter, darunter auch Vorstands-Sprecher Manfred Häussler. Dieser sei daraufhin zurückgetreten und habe auch die Funktion als Marketing-Vorstand von Imperial niedergelegt.

          Auch der nicht von den Ermittlungen betroffene frühere Reemtsma-Chef Ludger Staby habe sein Aufsichtsratsmandat bei Imperial niedergelegt, teilte der Konzern in London mit. Häussler war von den deutschen Zollbehörden Beihilfe zum Zigarettenschmuggel vorgeworfen worden.

          Ermittlungen können sich über mehrere Jahre ziehen

          Anfang 2003 hatten Beamte die Hamburger Reemtsma-Zentrale und Privathäuser durchsucht. Reemtsma-Kunden sollen unverzollte Zigaretten nach Deutschland zurück geschmuggelt haben. Der Unternehmen waren auch Verstöße gegen das Embargo der Vereinten Nationen (UNO) gegen den Irak vorgeworfen worden. Imperial betonte, daß der Konzern weiter mit den Zollbehörden zusammenarbeite. Die Vorwürfe stammten alle aus der Zeit vor der Übernahme von Reemtsma durch den weltweit viertgrößten Tabakkonzern. Es gebe keine neuen Anschuldigungen. Die Ermittlungen könnten sich aber über viele Jahre hinziehen.

          Deshalb sei es im Interesse auch der Angeschuldigten, wenn sie bei vollen Bezügen bis zum Ende des Verfahrens vom Dienst suspendiert seien. Imperial hatte vor einem Jahr von der deutschen Tchibo-Gruppe deren 76,3 Prozent-Anteil an Reemtsma für 5,8 Milliarden Euro übernommen. Häussler war als einziger der deutschen Manager in die Führung des neuen Mutterkonzerns gewechselt. Er hatte die Vorwürfe der Zollbehörde stets zurückgewiesen.

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