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Streit um Ever Given eskaliert : Ägypten will mindestens eine Milliarde Dollar Schadenersatz

Sechs Tage blockierte der Containerfrachter Ever Given den Suezkanal. Bild: AFP

Der Containerfrachter ist von Behörden an die Kette gelegt und kann seine Fahrt nicht fortsetzen. Der Eigentümer soll eine hohe Entschädigung zahlen.

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          Das Tauziehen um die Ever Given geht weiter. Der riesige Containerfrachter, der über sechs Tage den Suezkanal versperrt hatte, liegt nun an der Kette. Ägypten fordert von dem japanischen Besitzer Shoei Kisen Schadenersatz, einer Tochtergesellschaft der Imabari Shipbuilding Group. Die 400 Meter lange Ever Given war aus noch ungeklärter Ursache in einer der wichtigsten Wasserstraßen der Welt quergetrieben, und mit Bug und Heck auf Grund gelaufen.  

          Christoph Hein
          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          In der Folge stauten sich rund 400 Schiffe, und immer mehr Reedereien sandten ihre Schiffe um das Kap der Guten Hoffnung. „Die Durchfahrt durch den Kanal kostet zwischen 600.000 und einer Million Dollar Gebühr. Die Umfahrung des Kap der Guten Hoffnung erfordert rund sechs Tage zusätzlich und 400.000 Dollar für Treibstoff. Schon bei einem niedrigen Ölpreis lohnt sich der Umweg also. Auch jetzt machte er Sinn, wenn man die zusätzlichen Tage hat. Bei einer Transitzeit von Hamburg nach Nordchina werden dadurch aus 40 Tagen 46 Tage – das passt oft noch, gerade in diesen unsicheren Zeiten“, erklärt der Seefracht-Chef eines europäischen Logistikers, der nicht genannt werden will.

          Die Japaner verhandeln nun über die Schadenersatzforderungen der Ägypter, unter anderem mit der taiwanesischen Reederei Evergreen, die die Ever Given betrieb. Das Schiff liegt derweil im Great Bitter Lake, einer breiteren Stelle im Kanal an der Kette. Ägypten hatte mehrfach erklärt, mindestens eine Milliarde Dollar Schadenersatz zu fordern.  

          Lieferketten auf der ganzen Welt betroffen

          Die Folgen der Suezkrise sind derweil auf der ganzen Welt zu spüren. „Viele Häfen sind vollkommen verstopft. Es fing an der amerikanischen Westküste an, dann China, dann Europa. Containerschiffe brauchen zwölf Tage über den Pazifik von China oder Vietnam bis nach Los Angeles. Dort liegen sie nun 16 Tage vor dem Hafen. Dann werden sei eine Woche lang gelöscht, der Kunde aber kommt über 14 Tage nicht an seine Waren im Hafen. Wir haben jeden Tag eine Suez-Krise in Los Angeles. Über die spricht nur kein Mensch“, sagt der Logistikfachmann mit Blick auf die Unwucht im Welthandel durch Corona.

          Die Verzögerungen der Fracht werden wohl von keiner Versicherung gedeckt, führen aber noch einmal zu verstärkter Lagenhaltung und damit einer Veränderung der Lieferketten. Die Verhandlungen um den Schadenersatz für die Blockade des Kanals und die Bergung der Ever Given können Jahre dauern, schätzen Branchenkenner.

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