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Von „weißer Liste“ gestrichen : Südkorea kontert Japan im Handelsstreit

  • Aktualisiert am

Südkoreaner demonstrieren für einen Boykott japanischer Produkte. Bild: AP

Südkorea streicht Japan von der Liste bevorzugter Handelspartner – und zieht damit mit Japan gleich. Der Auslöser des Streits hat mit der Kolonialherrschaft Japans zu tun.

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          Südkorea schlägt im Handelsstreit mit Japan zurück und wird den östlichen Nachbarn von seiner sogenannten weißen Liste bevorzugter Handelspartner streichen. Die Maßnahme trete Anfang September in Kraft, teilte das südkoreanische Handelsministerium am Montag mit. Künftig werden südkoreanische Exporte nach Japan damit strengeren Regularien und möglicherweise längeren Genehmigungsverfahren unterliegen.

          Industrieminister Sung Yun-mo sagte, Japan werde in eine neu geschaffene Handelskategorie von Staaten aufgenommen, die ihre Systeme zur Kontrolle von Ausfuhren nicht im Einklang mit den „internationalen Exportkontrollgrundsätzen“ betrieben. Ein hochrangiger Vertreter des südkoreanischen Handelsministeriums ergänzte, dass Japan wegen unangemessener Handelspraktiken als erstes Land in die neue Gruppe aufgenommen worden sei.

          Von der japanischen Regierung war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Ein hochrangiger Beamter des Außenministeriums sagte dem Sender NHK, dass man vor einer Antwort die Details der Entscheidung Südkoreas genauer analysieren werde.

          Anfang August hatte Japan seinerseits entschieden, Südkorea von seiner „weißen Liste“ bevorzugter Handelspartner zu nehmen. Japan hatte den Beschluss damit begründet, dass das gegenseitige Vertrauen untergraben sei. „Unsere Regierung wird auf Japans unfaire Maßnahme resolut reagieren“, hatte damals eine Sprecherin des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in angekündigt.

          Südkorea fordert Entschädigung

          Hintergrund des Handelsstreit zwischen den zwei Nachbarländern ist ein Disput über die Entschädigung koreanischer Zwangsarbeiter während Japans Kolonialherrschaft. Der Oberste Gerichtshof in Südkorea hatte im vergangenen Jahr in separaten Verfahren Nippon Steel und den Industriekonzern Mitsubishi Heavy Industries angewiesen, Schadenersatz an ehemalige Zwangsarbeiter zu zahlen. Tokio sieht das Thema Entschädigung durch einen bilateralen Vertrag von 1965 als abgeschlossen an.

          Der Streit eskalierte, als Japan die Belieferung südkoreanischer Tech-Konzerne mit High-Tech-Gütern einschränkte. Als Grund wurden Sicherheitsbedenken genannt. Die Produkte sind von entscheidender Bedeutung für Samsung. In Südkorea hatten Boykottaufrufe zu einem Einbruch japanischer Importe geführt, davon betroffen waren Fahrzeuge und Bier. 

          Südkoreas Präsident Moon Jae In sagte am Montag zu den jüngsten Entwicklungen, Südkorea sei „Opfer eines großen Leids durch den japanischen Imperialismus der Vergangenheit“. Deshalb müsse das Land die „wirtschaftlichen Vergeltungsmaßnahmen“ Japans sehr ernst nehmen.

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