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„Subway“ im Test : Die Sandwich-Macher

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Chicken Teriyaki Bild: Subway

Die Ankündigung lautet: „Alle Subs gibt es auch als leckeres Wrap zum Preis eines 15cm Subs“. Verstanden? Der Text stammt aus einem Prospekt der Sandwich-Kette „Subway“. Sie schickt sich an, der größte Fastfood-Anbieter der Welt zu werden. Jürgen Dollase hat sich reingetraut und getestet.

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          Die Ankündigung lautet: „Alle Subs gibt es auch als leckeres Wrap zum Preis eines 15cm Subs“. Verstanden? Der Text stammt aus einem Prospekt der Sandwich-Kette „Subway“, die sich anschickt, der größte Fastfood-Anbieter der Welt zu werden. Das 1965 von dem damals 17 Jahre alten Fred DeLuca gegründete Unternehmen breitet sich in jüngster Zeit auch in Deutschland rasend schnell aus - schon gibt es hierzulande 476 Filialen. Geboten wird in den meist nüchtern eingerichteten Niederlassungen eine Reihe verschiedener Sandwiches, deren Belag man teilweise selbst zusammenstellen kann. Das ist es auch schon. Aber dieses Angebot hat erstaunlich viele Freunde.

          Der große Gegner von „Subway“ ist offensichtlich McDonald's, denn dem Burger-Konkurrenten wollen die Sandwich-Macher die Stirn bieten - zwar ohne Hamburger, aber dafür mit frischeren Zutaten, weniger penetranten Saucen und besserem Brot.

          Fünf Brotsorten - geschmacklich in Ordnung

          Man bestellt also einen von 16 „Subs“ (nach ihrer an ein U-Boot erinnernden Form von DeLuca „Submarines“ genannt) in zwei möglichen Größen und sucht sich eine der fünf Brotsorten zwischen Weiß- bis Sesambrot aus. Dann wird das Sandwich - beispielsweise die Variante „Teriyaki-Huhn“ - im Ofen erwärmt, das Brot soll knusprig sein. Anschließend wählt der Kunde ein Gemüse und eine von vier Saucen. Diese Saucen, eine Zwiebelsauce süß-sauer, eine Käse-Knoblauch-Sauce, eine Honig-Senf-Sauce und eine scharfe Chilisauce, gelten als Betriebsgeheimnis und werden speziell für „Subway“ hergestellt. Je nach Dosierung fallen sie mal angenehm mild, mal vernichtend scharf aus.

          Das Gemüse ist bekannt - die Saucen Betriebsgeheimnis

          Die Brotsorten sind geschmacklich in Ordnung, werden aber viel zu dick aufgeschnitten. Wer versucht, vom Sandwich abzubeißen (Besteck gibt es nicht), hält bald ein matschiges Etwas in den Händen. Entfernt man eine Hälfte des Sandwichs, sieht die Sache schon besser aus: Die großzügige Gemüseportion mitsamt den Saucen wirkt angenehm saftig. Bis auf wenige Ausnahmen wird dem Gast eine Art vegetarischer Mahlzeit geboten, die vielseitig und angenehm zu essen ist.

          Der kalte Braten schmeckt nicht nach Fleisch, aber akzeptabel

          Beim „Beef“-Sandwich (3,49 Euro) besteht der Rindfleischanteil aus dünnen Scheiben von kaltem Braten. Nach Fleisch schmecken sie zwar kaum, aber mit der Honig-Senf-Sauce und einem Gemüsemix ohne Zwiebeln und Peperoni (die man wegen ihrer Schärfe besser nicht bestellen sollte) entsteht ein akzeptabler Akkord. Das sieht beim „MeatballSandwich“ (3,49 Euro) ganz anders aus. Dessen kleine Fleischbestandteile erinnern an Hackfleischbällchen aus der Konservendose. Daran können auch die „würzige Tomatensauce“ und das Überbacken mit Schmelzkäsescheiben wenig ändern. In diesem Moment fühlt sich der Gast eben doch wieder an McDonald's erinnert. Auch die italienische Sandwich-Version (ebenfalls 3,49 Euro) mit Hinterschinken, Salami und Pepperonisalami kann nicht überzeugen. Schinken und Salami zeigen wenig Qualität, noch dazu wird beides sehr deutlich von der Peperonisalami übertüncht. Trotz Oliven und Tomaten macht das zusammen so recht keinen besonders italienischen Eindruck. Der billige Schmelzkäse, mit dem das Sandwich überbacken wird, kann einen guten Parmesankäse eben nicht ersetzen.

          Wesentlich besser gefällt das „Chicken Teriyaki“ (3,99 Euro), dessen Streifen von Hühnerbrust von der süßlichen japanischen Teriyaki-Sauce und Salat begleitet werden. Auch wenn das Hühnerfleisch kaum wahrzunehmen ist, ist der Akkord nicht schlecht, weder zu süß noch zu trocken. Das gilt auch für die Version „Veggie Patty“ (3,99 Euro), bei dem ein wie ein rechteckiger Hamburger aussehender Gemüsebrätling mit frischem Gemüse kombiniert wird. Mit „Zwiebelsauce süß-sauer“ bestrichen, wirkt der Brätling frisch, würzig und recht natürlich.

          Ein Berg von Müll

          Der Gast gewinnt den Eindruck, als könne „Subway“ geschmacklich tatsächlich die Hamburger-Kultur leicht verändern. Unerfreulich bleibt der optische Eindruck, dass das Essen mit einem Berg von Müll endet. Ein Risiko für die gleichmäßige Qualität ist die Tatsache, dass die Filialen unabhängig voneinander arbeiten und sich teilweise im Niveau unterscheiden.

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