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Subventionsmilliarden : Zu viel Staatsknete für Airbus!

Kostet die Steuerzahl viel Geld: A380 von Airbus Bild: dpa

Müssen die Regierungen sich an Entwicklungskosten von Flugzeugen beteiligen, wenn die Hersteller Milliarden verdienen? Ein Abrüsten der Subventionen ist dringend überfällig.

          Ein Blick ins Kleingedruckte von Forschungs- und Entwicklungskrediten ist mitunter hilfreich. Im Fall des gescheiterten Airbus-Großraumfliegers A380 steht darin klipp und klar, dass die Bundesregierung keine Tilgung bekommt, wenn das Flugzeug ein Misserfolg ist. Insofern überrascht es nicht, wenn nun vier europäische Regierungen im Obligo stehen. Seit eineinhalb Jahrzehnten streiten Europa und die Vereinigten Staaten vor der Welthandelsorganisation über die Zulässigkeit dieser Förderung.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          Ob das juristisch Vereinbarte auch das ökonomisch Sinnvolle ist, steht auf einem anderen Blatt. Müssen von den Entwicklungskosten eines Flugzeuges bis zu 30 Prozent von den Regierungen finanziert werden, wenn die Hersteller Milliarden verdienen und oft die Hälfte davon an die Aktionäre ausschütten? Das einstige amerikanische Monopol am Himmel war angesichts der hohen Eintrittsbarrieren im Flugzeugbau nur durch den subventionierten Aufbau von Airbus zu knacken.

          Doch nach diesem industriepolitischen Erfolg steht heute das Duopol. Ein Abrüsten an der Subventionsfront ist überfällig – allerdings auf beiden Seiten, denn Boeing erhält ebenfalls viele Milliarden von der öffentlichen Hand Amerikas. Doch das erscheint unrealistisch, denn Konkurrenten aus China und Russland befinden sich längst im Anflug – mit vielen Subventionsmilliarden im Gepäck.

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