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Hilfe nach „Harvey“ : Europäische Öltanker auf Rettungsmission nach Texas

  • Aktualisiert am

Öltanker in Hamburg Bild: dpa

Durch Wirbelsturm „Harvey“ sind zahlreiche Raffinerien und Bohrinseln ausgefallen. Langsam wird das Benzin knapp. Jetzt naht offenbar Hilfe - aus Europa.

          In den Vereinigten Staaten wird das Benzin knapp. Denn Wirbelsturm Harvey legt nicht nur in zahlreichen Städten in Texas und Louisiana das öffentliche Leben komplett lahm, sondern auch Raffinerien und Bohrinseln. An den Terminmärkten steigt der Benzinpreis weiter. Erstmals seit dem Jahr 2015 kostete eine Gallone (3,8 Liter) an diesem Donnerstag zwei Dollar. Das ist ein Preisanstieg von 6,6 Prozent gegenüber Mittwoch.

          Jetzt naht offenbar sogar Hilfe aus dem Ausland - aus Europa. Wie die „Financial Times“ berichtet, werden derzeit vermehrt Öltanker aus Europa angefordert. So äußerten sich Schiffsmakler aus London, es seien in dieser Woche etwa 40 Schiffe bestellt worden; und dies zusätzlich zu denen, die sowieso schon auf der Route unterwegs sind. Zumindest 25 seien schon fertig oder würden gerade vorbereitet.

          Vorräte für etwa 24 Tage

          „Die Zahl der Öltanker, die vorbereitet werden, steigt stündlich“, zitiert die „FT“ einen Schiffsmakler aus London. Das genaue Ziel der Tanker ist allerdings vorerst unklar, denn der Hafen von Houston bleibt weiter geschlossen. So sollen die Schiffe entweder im Golf von Mexiko oder an der Atlantikküste aufschlagen. Laut Bericht haben sich die Gewinne, die Öltanker auf der transatlantischen Route einfahren, in der vergangenen Woche fast versechsfacht, nämlich von 3500 auf mehr als 20.000 Dollar pro Tag.

          Mindestens 4,4 Millionen Barrel (je 159 Liter) am Tag können derzeit nicht verarbeitet werden. Das entspricht nach Schätzungen etwa einem Viertel der gesamten amerikanischen Kapazitäten. Weitere Schließungen werden erwartet, da sich der Sturm in Richtung Louisiana bewegt hat. Der amerikansiche Ölkonzern Exxon nahm seine Raffinerie in Bayton vom Netz, das ist die zweitgrößte der Welt. Sie verarbeitet jeden Tag 600.000 Barrel Rohöl. Das Ölunternehmen Shell stoppte die Produktion seiner Raffinerie, die eine Kapazität von 340.000 Barrel hat.

          Betroffen sind auch zahlreiche Bohrinseln im Golf von Mexiko. Schätzungen zufolge hat knapp jede vierte die Förderung eingestellt. Mehr als hundert Ölplattformen wurden evakuiert. Pipelines wurden ebenso vorübergehend stillgelegt wie ein wichtiger Kanal, auf dem Rohöl zu den Raffinerien gebracht und Benzin abtransportiert wird.

          Abgemildert wird die Wirkung dadurch, dass die Vereinigten Staaten sehr viel Benzin gelagert haben, weil Houstons Raffinerien auf Rekordniveau produziert haben. Fachleute schätzen, dass die Vorräte für knapp 24 Tage reichen. Als „Katrina“ die Vereinigten Staaten heimsuchte und viele Raffinerien stillgelegt werden mussten, reichte das Benzin für zwanzig Tage.

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