https://www.faz.net/-gqe-91ame

Hilfe nach „Harvey“ : Europäische Öltanker auf Rettungsmission nach Texas

  • Aktualisiert am

Öltanker in Hamburg Bild: dpa

Durch Wirbelsturm „Harvey“ sind zahlreiche Raffinerien und Bohrinseln ausgefallen. Langsam wird das Benzin knapp. Jetzt naht offenbar Hilfe - aus Europa.

          1 Min.

          In den Vereinigten Staaten wird das Benzin knapp. Denn Wirbelsturm Harvey legt nicht nur in zahlreichen Städten in Texas und Louisiana das öffentliche Leben komplett lahm, sondern auch Raffinerien und Bohrinseln. An den Terminmärkten steigt der Benzinpreis weiter. Erstmals seit dem Jahr 2015 kostete eine Gallone (3,8 Liter) an diesem Donnerstag zwei Dollar. Das ist ein Preisanstieg von 6,6 Prozent gegenüber Mittwoch.

          Jetzt naht offenbar sogar Hilfe aus dem Ausland - aus Europa. Wie die „Financial Times“ berichtet, werden derzeit vermehrt Öltanker aus Europa angefordert. So äußerten sich Schiffsmakler aus London, es seien in dieser Woche etwa 40 Schiffe bestellt worden; und dies zusätzlich zu denen, die sowieso schon auf der Route unterwegs sind. Zumindest 25 seien schon fertig oder würden gerade vorbereitet.

          Vorräte für etwa 24 Tage

          „Die Zahl der Öltanker, die vorbereitet werden, steigt stündlich“, zitiert die „FT“ einen Schiffsmakler aus London. Das genaue Ziel der Tanker ist allerdings vorerst unklar, denn der Hafen von Houston bleibt weiter geschlossen. So sollen die Schiffe entweder im Golf von Mexiko oder an der Atlantikküste aufschlagen. Laut Bericht haben sich die Gewinne, die Öltanker auf der transatlantischen Route einfahren, in der vergangenen Woche fast versechsfacht, nämlich von 3500 auf mehr als 20.000 Dollar pro Tag.

          Mindestens 4,4 Millionen Barrel (je 159 Liter) am Tag können derzeit nicht verarbeitet werden. Das entspricht nach Schätzungen etwa einem Viertel der gesamten amerikanischen Kapazitäten. Weitere Schließungen werden erwartet, da sich der Sturm in Richtung Louisiana bewegt hat. Der amerikansiche Ölkonzern Exxon nahm seine Raffinerie in Bayton vom Netz, das ist die zweitgrößte der Welt. Sie verarbeitet jeden Tag 600.000 Barrel Rohöl. Das Ölunternehmen Shell stoppte die Produktion seiner Raffinerie, die eine Kapazität von 340.000 Barrel hat.

          Betroffen sind auch zahlreiche Bohrinseln im Golf von Mexiko. Schätzungen zufolge hat knapp jede vierte die Förderung eingestellt. Mehr als hundert Ölplattformen wurden evakuiert. Pipelines wurden ebenso vorübergehend stillgelegt wie ein wichtiger Kanal, auf dem Rohöl zu den Raffinerien gebracht und Benzin abtransportiert wird.

          Abgemildert wird die Wirkung dadurch, dass die Vereinigten Staaten sehr viel Benzin gelagert haben, weil Houstons Raffinerien auf Rekordniveau produziert haben. Fachleute schätzen, dass die Vorräte für knapp 24 Tage reichen. Als „Katrina“ die Vereinigten Staaten heimsuchte und viele Raffinerien stillgelegt werden mussten, reichte das Benzin für zwanzig Tage.

          Weitere Themen

          NRA beantragt Gläubigerschutz Video-Seite öffnen

          Waffenlobby : NRA beantragt Gläubigerschutz

          Die einflussreiche Waffenlobbyorganisation National Rifle Association geht in den Konkurs. Damit will die NRA nach eigenen Angaben einem drohenden Auflösungsverfahren durch die Staatsanwaltschaft an ihrem Sitz in New York entgehen

          Topmeldungen

          Marylyn Addo und ihr Team arbeiten an einem Corona-Impfstoff.

          Forscherin Addo im Interview : „Ich erwarte im Frühjahr eine Entspannung“

          Infektiologin Marylyn Addo forscht mit ihrem Team selbst an einem Corona-Impfstoff, hat dabei aber gerade einen Rückschlag erlebt. Im Interview spricht sie über ihre Arbeit, mangelnde Impfbereitschaft, Virus-Mutationen und Lockdown-Effekte.

          Nach Laschets Wahl : Der knappe Sieg des Merkelianers

          Der künftige CDU-Vorsitzende Armin Laschet steht nun vor zwei Herausforderungen. Zum einen muss er Friedrich Merz einbinden, zum anderen seine Umfragewerte verbessern. Nur dann dürfte er Kanzlerkandidat werden.
          Das Symbol für Ethereum

          Digitalwährung Ether : Besser als Bitcoin

          Alle Welt ist im Bitcoin-Rausch. Dabei gibt es eine Alternative, die viel interessanter ist: Ether. Doch was macht die Digitalwährung so besonders?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.