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Studie : Stromversorger geben Preissenkungen nicht weiter

  • Aktualisiert am

Steigen die Preise, erfahren Verbraucher das sofort. Von Senkungen profitieren dagegen nur Versorger und Industrie Bild: dpa

Steigt der Strompreis, bekommen Verbraucher das sofort zu spüren. Sinkt er dagegen, bekommen private Haushalte davon nichts mit: Stromversorger geben Preissenkungen nicht an die Verbraucher weiter, ergab eine Studie im Auftrag der Grünen. Aktuell müsste jede Kilowattstunde zwei Cent weniger kosten.

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          Deutsche Verbraucher zahlen für ihren Strom etwa drei Milliarden zu viel: Das hat ein Gutachten im Auftrag der Grünen im Bundestag ergeben. Die Preise für den Einkauf von Strom seien in den vergangenen Jahren deutlich gefallen, doch die Versorger hätten dies nicht an ihre Kunden weitergegeben. Lediglich die Industrie profitiere von sinkenden Preisen.

          Kilowattstunde müsste zwei Cent weniger kosten

          Der Energieexperte Gunnar Harms verglich in der Studie, wie sich der Börsenpreis für Strom und die Steuern und Umlagen auf den Strompreis entwickelten mit der Entwicklung der Verbraucherpreise. Sein Fazit: „Aktuell müsste der Strompreis zwei Cent die Kilowattstunde niedriger liegen, wenn die Versorger die gesunkenen Einkaufspreise der Vergangenheit an die Verbraucher entsprechend weitergereicht hätten.“ In den letzten fünf Jahren habe sich gezeigt, dass gestiegene Einkaufspreise stets unverzüglich weitergegeben wurden - Preissenkungen hingegen nicht. Private Haushalte zahlen demnach für Strom mittlerweile ein Fünftel mehr als 2008. Ganz anders sei es bei Großverbrauchern wie Unternehmen: Diese zahlen mittlerweile drei Prozent weniger als zuvor. Die Stromrechnung der privaten Haushalte sei damit „in diesem Jahr immer noch zirka drei Milliarden Euro zu hoch“.

          Den Grund sieht Harms im mangelnden Wettbewerb der Versorger bei den Privatkunden: Noch immer hat die Mehrheit der Stromkunden nie ihren Anbieter oder auch nur ihren Tarif gewechselt. Die meisten zahlen deshalb deutlich mehr als nötig. Anders sei das bei Großverbrauchern, denen die Versorger gute Angebote machten, um sie von einem Wechsel abzuhalten. „Die privaten Kunden werden seitens der Stromanbieter genutzt, um höhere Gewinne zu realisieren“, kritisierte Harms. "Die Energieversorger sprechen sich von jeglicher eigener Veranlassung zu Preiserhöhungen frei und schieben die Ursachen hauptsächlich auf die Politik." Tatsächlich aber seien die von den Unternehmen veranschlagten Kosten für Erzeugung, Beschaffung und Vertrieb von Strom auffällig gestiegen. Plausibel erklärbar sei davon nur ein Teil.

          Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn,  beklagte, dass die Verbraucher von Stromanbietern und der Politik gleichzeitig in die Zange genommen würden: „Die Bundesregierung lädt die Kosten der Energiewende hauptsächlich bei den Verbrauchern ab, indem sie die Unternehmen breit entlastet.“

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