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Studie über Corona-Folgen : Bis zu 40 Millionen Mietern in Amerika droht Zwangsräumung

  • Aktualisiert am

Demonstration in New York: Menschen fordern wegen der Covid-19-Pandemie ein Ausbleiben der Mietzahlungen. Bild: EPA

In den Vereinigten Staaten kündigt sich eine Mietkrise an. Einer neuen Studie zufolge könnten Millionen Amerikaner ihre Wohnungen verlieren. Betroffen sind vor allem Angehörige von Minderheiten.

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          Zwischen 30 und 40 Millionen Mieter in den Vereinigten Staaten müssen in den kommenden Monaten eine Zwangsräumung fürchten, wie renommierte Wissenschaftler herausfanden. Grund dafür ist die Corona-Krise. Damit könnten bis zu 43 Prozent aller Miethaushalte betroffen sein, hieß es in einer am Freitag veröffentlichten Studie. Es drohe die „womöglich schwerwiegendste Unterkunftskrise in der Geschichte“ des Landes, warnten die Experten renommierter Einrichtungen wie dem Massachusetts Institute of Technology und der Universität Princeton.

          Grundlage für die Analyse sind demnach vor allem Befragungen von Mietern und deren Angaben zu ihrer finanziellen Situation. Besonders stark gefährdet sind Angehörige von Minderheiten, darunter Schwarze und Latinos.

          Ein vorübergehendes Verbot von Zwangsräumungen auf Bundesebene für bestimmte Immobilien lief Ende Juli aus. Ähnliche Regelungen in mehreren Bundesstaaten sind ebenfalls ausgelaufen. Die Demokraten im Kongress haben daher ebenfalls gewarnt, dass Millionen Amerikanern, die wegen der Coronavirus-Pandemie ihren Job und damit ihr Einkommen verloren haben, die Zwangsräumung droht. In New York finden gegenwärtig Demonstrationen statt, die einen Stopp von Mietzahlungen während der Corona-Krise fordern.

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          Verhandlungen über ein weiteres Konjunkturpaket, das auch Mieter abermals schützen soll, sind allerdings gescheitert. Regierung, Republikaner und Demokraten konnten sich nicht einigen. Amerikas Präsident Donald Trump hat angekündigt, Mieter bestimmter Immobilien, auf die der Bund Einfluss hat, notfalls über eine Verordnung zu schützen. Die Demokraten monieren aber, dass insolventen Mietern mit Finanzmitteln geholfen werden müsse, da eine Räumung sonst nur aufgeschoben wäre. Sie boten an, auf eine Billion Dollar ihrer ursprünglichen Forderung eines Hilfspakets von rund drei Billionen Dollar zu verzichten. Diese Offerte wiesen die Republikaner zurück. Das sei keine erfolgversprechendes Angebot für die Gespräche, sagte Finanzminister Steven Mnuchin.

          Die Republikaner wollen das Hilfspaket nur mit einer Billion Dollar ausstatten. „Wir sind weit auseinander“, sagte die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi. Ihr Parteikollege Chuck Schumer, der Minderheitenführer im Senat, sprach von „enttäuschenden“ Gesprächen. Mnuchin sagte, Präsident Donald Trump wolle eine Einigung. „Aber leider haben wir heute keine Fortschritte gemacht.“ Neue Gespräche seien nur sinnvoll, wenn die Demokraten neue Vorschläge vorlegten. Das Hilfspaket kann den Kongress nur passieren, wenn auch die Demokraten ihm zustimmen. Donald Trump hat gedroht, die Hilfen per Verfügung anzuordnen. Allerdings ist unklar, ob die präsidiale Verfügungsmacht ausreicht, um gegen den Willen der Opposition das Hilfspaket in Kraft zu setzen. Es soll Sonder-Arbeitslosenhilfen, Haftungsschutz für Unternehmen, Schutz für Mieter sowie die Finanzierung von Schulen und Gemeinden umfassen.

          Die Corona-Pandemie hat in den Vereinigten Staaten zu Massenarbeitslosigkeit und einem schweren wirtschaftlichen Einbruch geführt.

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