https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/studie-keine-personalisierten-preise-bei-online-einkaeufen-17239117.html

Verbraucherschutz : Studie: Keine personalisierten Preise bei Online-Einkäufen

Ein Klick und schon ist der Kaufwunsch erfüllt. Gelten für Verbraucher im Internet die gleichen Preise? Bild: dpa

Ist die Spielkonsole im Online-Shop am Freitagabend billiger - und welche Rolle spielt der Internetbrowser beim dargestellten Kaufpreis? Es macht keinen Unterschied, erklärt das Bundesministerium für Verbraucherschutz und verweist auf eine Studie.

          1 Min.

          Seit Jahren schon bestand der Verdacht, dass Online-Händler und Plattformen je nach Wohnort, Endgerät oder Browser unterschiedliche Preise für Verbraucher ausweisen können. Trotz diverser Versuche, solchen Algorithmen der Anbieter auf die Schliche zu kommen, blieb es bei den Behauptungen. Eine auf mehrere Monate angelegte Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz (BMJV) entzieht dieser Annahme nun ihrer Grundlage.

          Marcus Jung
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Eine Personalisierung von Preisen sei im Online-Handel in Deutschland aktuell nicht zu verzeichnen, hieß es am Donnerstag in Berlin anlässlich der Vorstellung der Studienergebnisse. „Das rasante Wachstum des Online-Handels hat auch bei Verbraucherinnen und Verbrauchern zu mehr Sorgen darüber geführt, dass die Preissetzung von anbietenden Unternehmen vom ihrem Online-Verhalten abhängt. Doch unsere Studie gibt erste Hinweise darauf, dass bei den untersuchten Anbietern und Nutzermerkmalen das Prinzip ,ein Produkt - mehrere Preise’ noch nicht zutrifft“, erklärte Staatssekretär Christian Kastrop.

          In der Erhebung wurden im Zeitraum von Juni bis Oktober 2020 von mehr als 20 Personen unterschiedliche Produkte und Dienstleistungen bei den umsatzstärksten Anbietern im Online-Handel in Deutschland und den beliebtesten Preisvergleichsportalen angewählt. Dies geschah mehrmals täglich und mit unterschiedlichen Nutzermerkmalen. Dazu zählten neben Uhrzeit und Standortübermittlung der IP-Adresse Merkmale wie Surf- und Kaufhistorie, verwendeter Browser, Endgerät, Kundenkonto, Login über Netzwerke wie Facebook und verschärfte Tracking-Einstellungen.

          Einfluss lässt sich nicht nachweisen

          Laut den Studienautoren der Universität Regensburg und des IT-Dienstleisters Trinnovative, die insgesamt 286.000 Datensätze auswerteten, ließ sich ein Einfluss solcher Merkmale auf einen Online-Preis nicht nachweisen.

          „Die Ergebnisse klingen erst einmal erfreulich“, sagte Staatssekretär Kastrop. Aber die technischen Möglichkeiten der Markt- und Preisanpassungen würden immer ausgeklügelter werden. Kastrop verwies auf das „Nudging“ und vergleichbare Methoden, mit denen Verbraucher in ihren Kaufverhalten beeinflusst werden können. Er kündigte an, dass man die Entwicklungen in dem Bereich sorgsam weiter beobachten werde.

          Weitere Themen

          Computer überall

          Tech-Treffen DLD : Computer überall

          Alle reden inzwischen vom Metaverse: Doch was das sein wird und was daraus folgen könnte, darin sind sich auch die Profis nicht einig.

          Topmeldungen

          Kuratiert gemeinsam die documenta 15: das indonesische Künstlerkollektiv ruangrupa

          Indonesische Documenta-Macher : Worüber Ruangrupa schweigt

          Ruangrupa gerieren sich als politisch hellwache Macher der diesjährigen documenta. Warum nutzen sie das Forum dann nicht für Kritik an ihrer indonesischen Heimat?
          Tor-Freude, die aus dem Bauch heraus kommt: André Silva

          André Silva im Interview : „Fußball ist Lebensschule“

          André Silva, der Torjäger von RB Leipzig, spricht vor dem Finale gegen Freiburg über enttäuschende Pokalerinnerungen, warum er Polizist werden wollte und wieso es unter Tedesco für ihn besser läuft.
          Gilt heute als Ära der Machos: die Regierungszeit von Schröder (l.) und Fischer, hier bei der Unterzeichnung des rot-grünen Koalitionsvertrages im Oktober 1998. In der Mitte: Oskar Lafontaine, kurze Zeit SPD-Finanzminister, später Mitgründer der Partei Die Linke.

          Gleichberechtigung : Links sein schützt vor Sexismus nicht

          Sexismus in der Linken ist nicht verdammenswerter, nur weil er in einer laut Selbstbeschreibung feministischen Partei vorkommt. Wer das glaubt, verkennt das Problem.

          Elden Ring : Als wären Videospiele nur zum Entspannen da

          Elden Ring erreicht einen Grad an Immersion, von dem die meisten anderen Spiele weit entfernt sind. Was ist der Reiz dieser virtuellen Welt? Ein Erfahrungsbericht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.
          Kapitalanalge
          Erzielen Sie bis zu 5% Rendite
          Sprachkurse
          Lernen Sie Englisch
          Immobilienbewertung
          Verkaufen Sie zum Höchstpreis
          Zertifikate
          Ihre Weiterbildung im Projektmanagement