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Donald Trump Bild: AP

Studie hat untersucht : Deutschland verliert mit Trumps Steuerreform

Das Wirtschaftsforschungsinstitut geht davon aus, dass deutsche Unternehmen in Amerika deutlich mehr investieren werden. Deutschland dagegen drohen weniger Einnahmen.

          1 Min.

          Deutschland droht infolge der sich abzeichnenden Steuerreform unter Donald Trump ein herber Verlust an Investitionen. Das geht aus einer Untersuchung hervor, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung und die Universität Mannheim am Mittwoch veröffentlicht haben. Nach Einschätzung von Studienleiter Christoph Spengel wird das neue System zur Unternehmensbesteuerung in Amerika nicht nur den Steuerwettbewerb zwischen Amerika und Europa anheizen, sondern auch den Wettbewerb zwischen den EU-Mitgliedern um amerikanische Investitionen.

          Manfred Schäfers

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          „Deutschland ist dabei der Verlierer“, urteilt der Ökonom. Die Konsequenzen für die Direktinvestitionen könnten erheblich sein. Nach der Reform dürften deutsche Unternehmen ihre Investitionen in den Vereinigten Staaten um etwa ein Viertel ausweiten.

          Der Wissenschaftler warnt vor falschen Hoffnungen: „Die Anti-Missbrauchs-Gesetzgebung der EU kann nicht vor Einnahmeverlusten aufgrund der Steuerreform in Amerika schützen. Ganz im Gegenteil könnte sie Investitionen in Europa weiter dämpfen, weil das Risiko der Doppelbesteuerung steigt.“

          Nach der Studie sinkt die effektive Steuerbelastung für in Amerika tätige Unternehmen von 36,5 Prozent auf 22,7 Prozent. Dabei sind die Steuern der Bundesstaaten eingerechnet. Hinzu kommt die geplante Sofortabschreibung für bestimmte Kapitalgüter. Die effektive Steuerlast für Unternehmen in Amerika liegt der Untersuchung zufolge nach der Reform unter der in Deutschland (28,2 Prozent) und nahe des EU-Durchschnitts (20,9 Prozent).

          Weil die Vereinigten Staaten von der Besteuerung des Welteinkommens abrückten, änderten sich die Anreize, heißt es. Für amerikanische Unternehmen, die in Europa investieren, sinke die Steuerbelastung, weil sie hier erzielte Gewinne zu Hause nicht länger nachversteuern müssten. Davon profitieren vor allem Länder mit niedrigen Steuersätzen wie Irland.

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