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Immobilienmarkt : Anstieg von Hauspreisen könnte 2024 enden

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Die Preisentwicklung für ein Eigenheim ging in den vergangenen Jahren nur nach oben. In drei Jahren könnte dieser Zyklus vorbei sein, meinen Ökonomen. Bild: dpa

Fehlende Zuwanderung und mehr Angebote für potentielle Wohneigentümer: Analysten der Deutschen Bank sehen ein Ende der Preisspirale am Immobilienmarkt voraus – allerdings erst in knapp drei Jahren.

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          Ökonomen der Deutschen Bank rechnen mit einem Ende des jahrelangen Preisanstiegs für deutsche Wohnimmobilien in drei Jahren. „Trotz aller Unsicherheit halten wir ein Zyklusende im Jahr 2024 für wahrscheinlich“, heißt es in der am Montag veröffentlichten Analyse. Darin werden mehrere Gründe für diese Annahme genannt. „Die fundamentale Angebotsknappheit lässt in den kommenden Jahren nach“, erläuterten die Experten. „Dazu trägt auch die geringere Zuwanderung während der Pandemie bei.“

          Zudem würden bestehende Unterbewertungen aufgrund des Niedrigzinsumfeldes bei anhaltend hoher Preisdynamik zunehmend beseitigt. „Damit steigt das Risiko, dass Zinserhöhungen eine Verkaufswelle auslösen“, führten die Analysten aus. Auf der ganzen Welt wird derzeit mit einer steigenden Inflation gerechnet, auch wegen der erwarteten deutlichen Konjunkturbelebung in Ländern wie den Vereinigten Staaten und China nach dem Pandemiejahr 2020.

          Das könnte die Notenbanken dazu veranlassen, früher aus ihrer Politik des extrem billigen Geldes auszusteigen, was zu höheren Zinsen und damit auch teureren Kredite für den Wohnungsbau führen würde. „Aber auch ohne Zinsschock verlieren deutsche Wohnimmobilien zumindest im Vergleich zu anderen Wohnimmobilienmärkten an Attraktivität“, konstatierten die Fachleute.

          Leichter Rückgang erwartet

          Endet der Zyklus tatsächlich im Jahr 2024, dann erwarten die Ökonomen für kurze Zeit sinkende Hauspreise. „Kumuliert könnte über drei Jahre ein Minus von fünf Prozent zu Buche schlagen, falls weitere belastende Effekte, etwa durch eine Wirtschafts- und Finanzkrise, ausbleiben“, heißt es in der Analyse. „Größere Verwerfungen würden wohl nur dann eintreten, wenn beispielsweise die deutsche Automobilbranche im Zuge des Trends zur E-Mobilität und zum autonomen Fahren an Wettbewerbsfähigkeit verlöre, die Zuwanderung plötzlich zu einer Abwanderungswelle führte oder andere große Strukturbrüche das aktuelle Wirtschaftsmodell auf den Kopf stellten.“

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