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Stromverbrauch : Energiewende privat

  • -Aktualisiert am

Über Sinn und Unsinn eines Gerätes, das 24 Stunden in Bereitschaft gehalten wird, um auf Knopfdruck eine Kaffeetasse zu füllen, lässt sich diskutieren Bild: dapd

Die Energiewende sollte nicht nur ein Thema für die Industrie sein, sondern auch für jeden Privathaushalt: Denn der verbraucht immer mehr Strom - und kann leicht etwas dagegen tun.

          Weihnachten ist das Fest der Liebe und der Geschenke, Neujahr der Tag, an dem gute Vorsätze gefasst werden. Geräte, die ihren Zweck nur mit Strom erfüllen können, haben bei Jung und Alt einen hohen Stellenwert als Weihnachtsgabe: Spielekonsolen, Kaffeemaschinen, Staubsaugerroboter und natürlich Notebooks oder Tablets. Elektronik ist Ausdruck des technischen Fortschritts und bietet Komfort. Es kann in Gesellschaften recht unterhaltsam sein, über Sinn und Unsinn eines Gerätes zu diskutieren, das 24 Stunden in Bereitschaft gehalten wird, um auf Knopfdruck eine Kaffeetasse zu füllen oder einige Eiswürfel für den Drink zu spenden.

          Der Übergang zum Thema Energiewende ist naheliegend. Sehr viele Bürger denken bei der Klimabelastung durch zu hohen Stromverbrauch an die Stahlindustrie oder die Basis-Chemie. Im Privaten scheint Elektrizität eine heilige Kuh. Schließlich ist Strom ein Gut der Daseinsvorsorge, auf das jeder Bürger Anspruch hat, jedenfalls solange er nicht mit der Bezahlung völlig im Rückstand ist.

          Die Statistik freilich ergibt ein anderes Bild. Die Verbrauchsschwerpunkte bei Strom haben sich in Privathaushalten während der zurückliegenden Jahrzehnte erheblich verschoben. So hat der Strom für Beleuchtung seit Mitte der siebziger Jahre seinen Anteil am Gesamtverbrauch fast verdoppelt. Energiesparsame Leuchtkörper sind zwar im Vormarsch. Aber der Mensch von heute mag es in und außerhalb seiner vier Wände halt erheblich heller als seine Großeltern. Der damals überhaupt nicht relevante Sektor Unterhaltungselektronik und Kommunikation ist beim Verbrauch doppelt so groß wie der Beleuchtungsanteil und macht fast ein Fünftel des privaten Stromverbrauchs aus.

          Diese Strukturverschiebungen haben allerlei Gründe. So arbeiten die für den Alltag wichtigen Geräte wie Herd, Eisschrank oder Waschmaschine heute wesentlich sparsamer. Dafür sind die Informations- und Kommunikationsgeräte daheim zum wichtigen Bestandteil im täglichen Leben und im Beruf geworden. Die steuerbare Variable liegt im Umgang mit solchen Stromverbrauchern. Am einfachsten ist es, öfter mal den Stecker zu ziehen oder einen schaltbaren Zwischenstecker zu nutzen. Darüber sollte man in den Familien einmal nachdenken. Wenn Beleuchtung, Unterhaltung und Kommunikation mehr als ein Viertel des häuslichen Stromverbrauchs ausmachen, sind gute Vorsätze für die private Energiewende wertvoll und ihre Verwirklichung lohnend. Das wird sich spätestens auf der nächsten Stromrechnung zeigen.

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