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Stromtrassen : Gabriels Einladung

  • -Aktualisiert am

Für die Energiewende sind neue Leitungen notwendig. Wo aber welche geplant sind, wird protestiert. Wie Wirtschaftsminister Gabriel dabei agiert, schadet der Energiewende

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          Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel ist das, was man einen Vollblutpolitiker nennt. Einer, der zu jeder Tageszeit und Gelegenheit die richtige Tonlage für ein paar klärende Worte findet, einer, der dem Volk aufs Maul schaut. Das eint den SPD-Vorsitzenden mit dem zweiten Mann an der Spitze der großen Koalition in Berlin: Horst Seehofer (CSU).

          Was Gabriel jetzt in Nürnberg vor aufgebrachten Bürgern zu sagen hatte, wird Seehofer gefreut haben: „Natürlich“ werde der jetzige Korridor für eine der neuen Stromtrassen nicht kommen. Die umstrittene Südost-Leitung von Halle nach Augsburg sei in ihrer jetzigen Form nicht durchsetzbar. Den Ärger vor den Gerichten wolle sich keiner antun.

          Bild: F.A.Z.

          Gabriels Feststellung enthält drei Botschaften: Erstens das Eingeständnis, dass das Gesetz, in dem die Trasse 2013 mit Zustimmung der oppositionellen SPD festgelegt wurde, nicht sorgfältig gemacht wurde. Zweitens legt er die Netzbetreiber auf politische Kriterien für die Auswahl der Trassen fest. Drittens, und das wiegt am schwersten, klingt es wie eine Einladung an alle Trassengegner der Republik.

          Sind die Worte des Energieministers ernst gemeint? Dann hätte er der Energiewende schwer geschadet.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Wien.

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