https://www.faz.net/-gqe-79uru

Stromrechnung : Staatsanteil auf Rekordhöhe

  • -Aktualisiert am

Seit 1998 ist die durchschnittliche Stromrechnung um 68 Prozent gestiegen Bild: dpa

Höhere Steuern, mehr Abgaben, neue Umlagen: Verbraucher müssen immer mehr für Strom bezahlen. Vor allem der staatliche Anteil an den Stromrechnungen erreicht in diesem Jahr einen neuen Rekordwert. Und ein Ende der Erhöhungen ist nicht abzusehen.

          1 Min.

          Die staatlich veranlassten Kosten an den Stromrechnungen erreichen in diesem Jahr mit 31,6 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert. Dabei unterzeichnet diese vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ermittelte Zahl die tatsächlichen Kosten noch, weil die Umsatzsteuer darin nicht enthalten ist.

          Andreas Mihm
          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.

          Die belief sich bereits 2011 auf 7,5 Milliarden Euro. Seither ist aber allein die Umlage nach dem Erneuerbaren Energien Gesetze (EEG) um die Hälfte auf 20,4 Milliarden Euro gestiegen, was einen weiteren Anstieg der Mehrwertsteuer nach sich zieht.

          Mit 7 Milliarden Euro ist die allein vom Bund erhobene Stromsteuer der zweitgrößte Posten, vor der Konzessionsabgabe. Für das Recht, Leitung durch öffentlichen Grund zu legen, kassieren die Kommunen im Jahr 2,15 Milliarden Euro.

          Rechnung um 68 Prozent gestiegen

          Im Vergleich zu 1998, als der Energiemarkt für den Wettbewerb geöffnet wurde, ist die durchschnittliche Rechnung eines Drei-Personen-Haushaltes mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden im Monat um 68 Prozent auf 83,80 Euro gestiegen.  Grund sind vor allem Steuern, Abgaben und Umlagen, die seit 1998 um 243 Prozent auf 42,04 Euro angewachsen sind.

          Auf Erzeugung, Transport und Vertrieb entfallen 41,76 Euro. Ein Ende der Erhöhung ist nicht abzusehen, da die EEG-Umlage nächstes Jahr wahrscheinlich wieder steigen wird. Vor dem Hintergrund und der nach ihrer Ansicht unzureichende Umsetzung der Energiewende verlangte BDEW-Chefin Hildegard Müller eine Reform des EEG.

          Dies müsse sofort nach der Wahl geschehe.  Sie bedauert, dass Bund und Länder sich auch bei einem Treffen am vergangenen Freitag wieder nicht auf einen gemeinsamen Ausbaupfad für die erneuerbaren Energien hätten einigen können.

          Weitere Themen

          Was man aus der Katastrophe lernen kann

          Krisenmanagement : Was man aus der Katastrophe lernen kann

          Nach der Flut mehren sich Stimmen, die fragen, wie man in Zukunft mit Katastrophen umgehen sollte. Es brauche moderne Tieflader, Bagger und Hubschrauber, sagt ein Krisenmanager. Das Kernthema bleibt aber das Training.

          Topmeldungen

          Krisenmanagement : Was man aus der Katastrophe lernen kann

          Nach der Flut mehren sich Stimmen, die fragen, wie man in Zukunft mit Katastrophen umgehen sollte. Es brauche moderne Tieflader, Bagger und Hubschrauber, sagt ein Krisenmanager. Das Kernthema bleibt aber das Training.
          Königin von Deutschland? Merkel im Wahlkampf 2013

          F.A.Z. Machtfrage : Auf den Kanzler kommt es an?

          Der Wahlkampf schreitet voran und immer mehr wird auf die Kandidaten, weniger ihre Themen geschaut. Ist das so schlimm? Die Geschichte zeigt: Ein guter Kanzlerkandidat ist ein Pfund, aber es kommt auch noch auf Anderes an.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.