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Strom- und Gasanbieter : Verbraucher können schneller wechseln

  • Aktualisiert am

Kunden können derzeit zwischen mehr als 100 Strom- und 30 Gasanbietern auswählen Bild: dapd

Die Bundesregierung hat die Verkürzung der Kündigungsfrist bei Strom- und Gasanbietern von vier auf zwei Wochen beschlossen. Wirtschaftsminister Rösler will damit den Wettbewerb beleben. Die jederzeit mögliche Kündigung soll der neue Lieferant übernehmen.

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          Verbraucher in Deutschland sollen künftig schneller zu einem billigeren Strom- und Gasanbieter wechseln können. Die Bundesregierung beschloss am Mittwoch die Verkürzung der Kündigungsfrist von vier auf zwei Wochen. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) will mit der Neuregelung einer Preistreiberei bei Strom und Gas Einhalt gebieten.


          „Künftig wird der Wechsel des Grundversorgers deutlich einfacher sein“, betonte Rösler. Ziel sei es, den Wettbewerb bei den Anbietern zu fördern und dadurch die Preise für Strom- und Gaskunden stabil zu halten. Rund 85 Prozent aller Stromkunden halten trotz der Liberalisierung des Energiemarktes noch immer ihrem Grundversorger die Treue.

          Rösler sprach von „einem guten Tag“ für die Verbraucher. Ein Wechsel des Lieferanten müsse künftig in maximal drei Wochen umgesetzt werden. Er glaube nicht, dass es durch die Neuregelung zu mehr Streitfällen für die im November gestartete bundesweite Schlichtungsstelle Energie in Berlin kommen werde.

          Die Formalitäten übernimmt der neue Lieferant

          Wenn der Bundesrat zustimmt, kann die Neuregelung bereits ab März oder April in Kraft treten. „Der Wechsel des Energieversorgers ist völlig unbürokratisch möglich“, betonte Rösler. Die Kündigung des alten Vertrages übernehme im Regelfall der neue Lieferant. „Es genügt, wenn ihm der Name des alten Anbieters, Zählernummer, die alte Kundennummer sowie der letzte Jahresverbrauch mitgeteilt wird.“

          Künftig kann die Versorgung des Kunden durch den neuen Anbieter an jedem beliebigen Werktag beginnen - und nicht mehr erst zum 1. des nächsten Monats. Nach Angaben von Vergleichsportalen lassen sich durch Anbieterwechsel je nach Verbrauch teilweise mehr als 200 Euro pro Jahr sparen. Die deutschen Haushaltskunden könnten nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) derzeit unter durchschnittlich 102 Strom- und 37 Gasanbietern auswählen. Kündigten 2007 nur knapp drei Prozent der Kunden ihrem Versorger, waren es 2011 nach Angaben des Vergleichsportals Verivox schon 6,5 Prozent. Laut Verivox stieg der Strompreis örtlicher Versorger seit 2004 von durchschnittlich 17,52 Cent auf rund 25 Cent je Kilowattstunde 2012.

          Mit der Verordnung werden auch EU-Vorgaben umgesetzt. So müssen die Kunden in Rechnungen der Lieferanten besser über ihre Rechte aufgeklärt werden, beispielsweise über Kündigungsfristen und Termine.
           

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