https://www.faz.net/-gqe-73ccv

Stresstests : Bankenaufsicht sieht Fortschritte bei europäischen Banken

  • Aktualisiert am

Bundesbank und Bafin sehen bei den deutschen Banken das notwendige Kapitalpolster erreicht Bild: dpa

Die großen europäischen Banken haben ihre Eigenkapitaldecke in den vergangenen Monaten der Europäischen Bankenaufsicht EBA zufolge deutlich gestärkt und sich damit gegen Risiken besser gewappnet. Vier Banken fielen allerdings durch die Stresstests.

          1 Min.

          Die großen europäischen Banken haben ihre Eigenkapitaldecke in den vergangenen Monaten deutlich gestärkt und sich damit gegen Risiken besser gewappnet. Insgesamt flossen 116 Milliarden Euro in die Kapitalpuffer der 27 europäischen Banken, die im September 2011 noch Lücken aufgewiesen hatten. Das ergab eine Kapitalstudie der Europäischen Bankenaufsicht EBA, die am Mittwoch in London veröffentlicht wurde. Insgesamt nahmen 71 Banken an dem Stresstest teil. In ihre Kapitalpuffer flossen in den vergangenen Monaten mehr als 200 Milliarden Euro.

          Die zwölf teilnehmenden Banken aus Deutschland hätten allesamt die geforderte Kapitalgrenze von neun Prozent hartem Kernkapital erfüllt, teilten die Deutsche Bundesbank und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) mit. Die Kernkapitalquote der teilnehmenden deutschen Banken betrage im Schnitt 10,7 Prozent. Die fünf Banken, die die Mindestgrenzen im September 2011 noch um zusammen 13 Milliarden Euro verfehlt hatten, hätten erhebliche Kapitalspritzen getätigt. Sie hätten die Lücke nicht nur geschlossen, sondern wiesen nun sogar ein Plus von insgesamt 9,6 Milliarden Euro auf.

          Vier Banken hätten die geforderte Grenze von neun Prozent nicht erreicht. Dabei handele es sich um die Bank Monte dei Paschi aus Italien, NKBM aus Slowenien sowie aus Zypern die bank of Cyprus und die Marfin Popular Bank. Ihnen fehlen zusammen rund 3,7 Milliarden Euro. Hier liefen jedoch die Verhandlungen auch mit den jeweiligen Regierungen. Lösungen sollen bis zum Jahresende gefunden sein.

          EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier lobte die Disziplin der Banken. „Diese finanzielle Konsolidierung stärkt die Fähigkeit der Banken, die Realwirtschaft dauerhaft zu finanzieren“, sagte er in Brüssel. „Das ist ein echter Fortschritt, über den ich mich freue.“ Das bedeute jedoch nicht, dass die Finanzkrise nun vorbei sei, warnte er.

          Auch die EBA will die Hürden hochhalten. Es müsse verhindert werden, dass das angesammelte Kapital nun wieder abfließe. „Die Banken sind nun in besserer Verfassung, um Geld in die Realwirtschaft zu pumpen“, sagte EBA-Chef Andrea Enria. „Aber sie müssen den Weg weitergehen, den die neue Regulierungslandschaft vorgibt.“ Die EBA werde die Banken bitten, Kapitalpläne zu entwerfen, die einen fließenden Übergang zu den Basel-III-Vorgaben ermöglichen.

          Erst in der vergangenen Woche war bei einem anderen Test der EBA bekanntgeworden, dass Europas Banken zum Stichtag 31. Dezember 2011 noch 199 Milliarden Euro fehlten, um die neuen Basel-III-Vorgaben zu erfüllen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Werder Bremen: Pure Freude

          Werder bleibt in Bundesliga : Mit Ach und Krach

          „Scheiß Saison, gutes Ende“: Werder bleibt der Fußball-Bundesliga doch noch erhalten, Trainer Florian Kohfeldt ist einfach nur froh. Beim 1. FC Heidenheim genügt den Bremern ein 2:2-Remis, sie profitieren von einem kuriosen Eigentor.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.