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Stresstest des IWF : Chinas Finanzsystem schwächelt

Die Zentrale der Chinesischen Zentralbank PBOC in Peking Bild: dpa

Der IWF warnt vor faulen Krediten, außerbilanziellen Geschäften und dem grauen Kapitalmarkt. All das könnte das Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft gefährden.

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          Nach den Verwerfungen in Amerika und Europa wachsen jetzt auch die Risken im chinesischen Finanzsystem. Es habe den internationalen Krisen bisher zwar standgehalten, heißt es in einer Evaluierung von Fachleuten des Weltwährungsfonds IWF. Die Anfälligkeit der Banken und Kapitalmärkte habe aber deutlich zugenommen. „Trotz fortschreitender Reformen und der finanziellen Stärke sieht sich China einer stetigen Anhäufung von Schwachstellen im Finanzsektor gegenüber“, heißt es in einer Einschätzung zur Stabilität des chinesischen Finanzsystems, die der IWF am Dienstag in Peking vorstellte.

          Christian Geinitz

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin

          Der Bericht lobt „den bemerkenswerten Fortschritt im Übergang zu einem mehr marktorientierten und finanziell gesunden System“. Diese Verbesserungen hätten dazu geführt, dass die Finanzwirtschaft die Weltfinanzkrise aus einer Position relativer Stärke durchgestanden habe. Gleichzeitig aber hätten einige Gefahren zugenommen. Dazu zählt der Bericht den informellen Kreditmarkt genauso wie die außerbilanziellen Finanzgeschäfte. Die relativ unflexible Wirtschaftspolitik und die Rolle der Regierung in der Kreditzuweisung verschärften die Eventualverbindlichkeiten. Damit ist das Risiko gemeint, dass Schulden nicht zurückgezahlt werden können und Dritte dafür haften, etwa der Staat.

          Diese Defizite behindern aus Sicht der Autoren die notwendige Neuorientierung der chinesischen Wirtschaft zu neuen Wachstumsbranchen und zu einer höheren Binnennachfrage. Zu den kurzfristigen Risiken zählt das Papier unter anderem die Auswirkungen der starken Kreditausweitung auf die Qualität der Vermögenswerte in den Banken, den grauen Kapitalmarkt und die hohen Immobilienpreise.

          Ein Stresstest der 17 größten Geschäftsbanken habe ergeben, dass sie einzelnen, isolierten Schocks wohl widerstehen könnten. Etwa dem Verfall der Anlagequalität, sinkenden Häuserpreisen oder Veränderungen im Wechselkurs. „Falls mehrere dieser Risiken jedoch zur selben Zeit auftreten, könnte das Bankensystem ernsthaft unter Druck geraten.“ Die Studie bemängelt die Qualität und Lückenhaftigkeit der Daten und dass den Autoren in einigen Fällen der Zugang dazu verwehrt worden sei.

          Keine direkte Einflussnahme

          Die Chinesische Zentralbank PBOC nannte den Bericht „im großen und ganzen objektiv und positiv“. Die Anregungen für künftige Reformen seien konstruktiv. Allerdings gingen manche Empfehlungen an der chinesischen Realität vorbei, teilte die Bank am Dienstag mit. Die weitere Öffnung der Finanzwirtschaft müsse sich an der chinesischen Wirklichkeit mit entsprechender „Flexibilität“ orientieren. Dass das Finanzwesen nicht ausreichend kommerzialisiert, also an einem Markt mir privaten Akteuren orientiert sei, wies die PBOC zurück. Seit der Reform der Börsen und der Finanzinstitutionen trete die Regierung nur noch als Aktionärin von Staatsunternehmen in Erscheinung und über die Besetzung der Führungsposten. Es gebe aber keine direkte Einflussnahme mehr auf die Märkte.

          Auch in anderen Feldern gehe die staatliche Kontrolle zurück. In der Steuerung der Kreditversorgung, die der Bericht anprangert, habe die PBOC das System abgeschafft, Geschäftsbanken Quoten vorzugeben. Die Lenkung erfolge jetzt indirekt und marktorientiert durch Zinsschritte, Offenmarktgeschäfte oder Mindestreserveanforderungen. Bei der Festsetzung sowohl der Zinsen als auch der Wechselkurse spielten heute die Marktkräfte eine „fundamentale Rolle“.

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