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Tobias Piller (tp.)

Streit um Lufthansa-Rettung : Schaut auf Alitalia!

  • -Aktualisiert am

Eine Alitalia-Maschine auf dem Leonardo da Vinci -Flughafen Bild: EPA

Die Fluggesellschaft soll wieder einmal als schuldenfreie Neugründung losfliegen. Der Vergleich mit der Lufthansa zeigt, wie absurd die Pläne sind.

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          Bemisst man die Staatshilfen für Europas Fluglinien nach der Zahl der Mitarbeiter, müsste nach der Kapitaleinlage und dem Zuschuss für Alitalia in Höhe von insgesamt 3,35 Milliarden Euro der deutsche Wettbewerber Lufthansa stolze 40 Milliarden Euro erhalten – und zwar nicht rückzahlbar. So sind die aktuellen Größenverhältnisse zwischen den Unternehmen.

          Dieser Zahlenvergleich ist kein Plädoyer für eine gigantische Subventionierung der Lufthansa. Er zeigt vielmehr, wie absurd die italienischen Pläne für Alitalia sind, die wieder einmal als schuldenfreie Neugründung losfliegen soll, nachdem ihr vom italienischen Staat die alten Verbindlichkeiten abgenommen worden sind. Die jüngsten, offensichtlich illegalen Alitalia-Subventionen von 1,5 Milliarden Euro seit 2017 hat EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager bisher wohl übersehen.

          Dafür wurde in Italien mit Freude verfolgt, wie Vestager das Volumen der Unterstützung für deutsche Unternehmen kritisierte, die aktuell etwa die Hälfte aller europäischen Genehmigungswünsche ausmachten. Ist auch klar: Länder wie Italien liegen zeitlich zurück und haben offenbar schlicht noch keinen Antrag in Brüssel gestellt. Wenn dann Alitalia der Maßstab bleibt, müsste ohnehin alles erlaubt sein.

          Tobias Piller
          Redakteur in der Wirtschaft.

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