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Streit um Lars Feld : Die SPD will unbedingt nach links

Lars Peter Feld Bild: dpa

Mit der Ablehnung von Lars Feld für eine dritte Amtszeit im Sachverständigenrat liefert die SPD der CDU und der FDP gratis Wahlkampfmunition. Starke Kräfte in der SPD wollen nach links – koste es an Kompetenz wie an Wählerstimmen, was es wolle.

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          Die SPD und die Gewerkschaften bemühen sich nach Kräften, in ökonomischen Debatten schlecht auszusehen. Die Gewerkschaften hätten in der Nachfolge Peter Bofingers für den Sachverständigenrat einen in moderner ökonomischer Theorie versierten und dennoch prononciert linke Positionen artikulierenden Ökonomen wählen können. Sie optierten für Achim Truger, der zum Zeitpunkt seiner Berufung an einer Fachhochschule lehrte. Truger schlägt sich wacker, auch weil er sich aus allzu theoretischen Debatten heraushält, in denen er schlecht aussehen könnte. Der Preis für diese Selbstbescheidung ist ein niedriges Profil in der Öffentlichkeit.

          Die Gewerkschaften hätten in der Nachfolge Gustav Horns einen im Vergleich mit Leitern anderer Forschungsinstitute respektablen Direktor ihres Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung in der Hans-Böckler-Stiftung wählen können. Sie optierten für Sebastian Dullien, dessen hilfloses Holzen auf Twitter sinnbildlich für einen Mangel an Wettbewerbsfähigkeit in der gelegentlich an ein Haifischbecken erinnernden Zunft der Volkswirte steht.

          Die SPD hat gerade mit Marcel Fratzscher und Jens Südekum gleich zwei nahestehende Ökonomen auf absehbare Zeit für eine Position im Sachverständigenrat verbraucht, nur um die von der Union befürwortete Berufung Lars Felds für eine dritte Amtszeit zu blockieren. Einen renommierten Mann wie Feld verhindert zu haben, kann sich die SPD auf ihre Fahnen schreiben. Aber was nützt ihr das, wo sie doch keine sachlichen Argumente vorzubringen wusste?

          Ideologischer Neoliberalismus?

          Der Satz der SPD-Finanzpolitikerin Cansel Kiziltepe, Feld verkörpere „ideologischen Neoliberalismus“, zeigt das Niveau, auf dem sich die Expertise der SPD befindet. Da hilft es auch nichts, wenn ihr Kanzlerkandidat fleißig den Austausch mit Ökonomen unterschiedlicher Couleur pflegt.

          Man darf wetten: Die Grünen wären in einer Koalition mit der Union nicht so töricht gewesen, mit einer Ablehnung Felds kurz vor Landtagswahlen der CDU (und der FDP) gratis Wahlkampfmunition zu liefern. Starke Kräfte in der SPD und ihr nahestehende Ökonomen wollen dagegen vor allem nach links – koste es an Kompetenz wie an Wählerstimmen, was es wolle.

          Gerald Braunberger
          Herausgeber.

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