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Osteuropa und die Volksrepublik : Lieber Chinas Spatz als Europas Taube

Streitobjekt: Kraftwerk in Tuszla Bild: Reuters

Die Westbalkan-Staaten wollen in die EU. Doch bis es so weit ist, nehmen sie gern Geld aus Peking an. Noch bleiben zwei Monate Zeit, um Bedenken aus dem Weg zu räumen – das kann heikel werden.

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          In der nächsten Woche sind gleich zwei Spitzentreffen europäischer Staaten mit China angesetzt: am Dienstag der EU-China-Gipfel und am Freitag das sogenannte 16+1-Treffen. Während der zweiten Zusammenkunft in der kroatischen Hafenstadt Dubrovnik verhandelt Chinas Ministerpräsident Li Keqiang mit 16 osteuropäischen Regierungschefs.

          Christian Geinitz

          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel- und Südosteuropa und Türkei mit Sitz in Wien.

          Mit dabei sind die elf östlichen Mitglieder der Europäischen Union sowie alle Westbalkan-Staaten außer Kosovo, das China nicht anerkennt. Überschattet werden die Großveranstaltungen von Meldungen, wonach sich Osteuropa immer mehr von der EU entfremdet und der Volksrepublik zuwendet.

          Dazu passt die aktuelle Entscheidung von Bosnien-Hercegovina, mit chinesischer Hilfe ein Kohlekraftwerk zu erweitern – gegen den erklärten Willen der EU. Es geht um den Bau eines neuen Blocks in Tuzla nördlich von Sarajevo, mit dem der staatliche Energieversorger Elektroprivreda (EPBiH) drei alte Einheiten ersetzen will. Dieses größte Energieprojekt in Bosnien-Hercegovina seit dem Zerfall Jugoslawiens kostet etwa 1,8 Milliarden Bosnische Mark (920 Millionen Euro). Davon stammen 1,2 Milliarden Mark aus einem Kredit der staatlichen chinesischen Eximbank. Den Rest trägt EPBiH.

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