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Five Eyes : Huawei-Streit spaltet Spionage-Allianz

Chinas Huawei-Konzern ist unter Verdacht geraten. Bild: AFP

Australier blockieren, Briten erlauben die Arbeit mit dem chinesischen Netzwerk-Konzern. Damit scheint der Schutz sensibler Daten in Frage gestellt.

          2 Min.

          Die weltweiten Auseinandersetzungen um Aufträge für den chinesischen Konzern Huawei hinterlassen immer tiefere Spuren. Nun droht die angelsächsisch geprägte Sicherheitsallianz ernsthaft Schaden zu nehmen. Der frühere australische Ministerpräsident Malcolm Turnbull bezeichnete es in New York als „absurd“, dass Amerika und Australien sich nicht stärker bemühten, Alternativen zu den Produkten des Telekommunikationsausrüsters zu entwickeln. Turnbull sprach von einer „dringenden Priorität“, Huawei mit alternativen Produkten aus den westlichen Demokratien auszubremsen. „Es gibt keine Zweifel daran, dass die Länder des Westens von China aus dem Wettbewerb gedrängt wurden“, sagte Turnbull.

          Christoph Hein
          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          In der Spionageabwehr ist Australien über die Sicherheitsallianz „Five Eyes“ mit Amerika, Großbritannien, Kanada und Neuseeland verbunden. Diese aber droht unter den unterschiedlichen Ansätzen der befreundeten Regierungen zu leiden. Der Nationale Sicherheitsrate Großbritanniens unter Führung von Ministerpräsidentin Theresa May hat nun beschlossen, dass Huawei Teile des britischen 5G-Netzwerkes liefern darf. Sicherheitsfachleute in Australien zeigen sich darüber in tiefer Sorge und stellen „Five Eyes“ in Frage. Schließlich müssten alle Partner der Allianz sicher sein, dass die sensiblen Daten und Informationen in keinem der fünf Länder abzugreifen seien – das aber sei in Frage gestellt, arbeite London mit Huawei zusammen.

          Risiken unterschätzt?

          „Ich denke, Großbritannien unterschätzt die Risiken ernsthaft. Es ist ganz klar die falsche Entscheidung“, sagte Peter Jennings, Direktor des Strategic Policy Institutes in Canberra. „Die Welt spaltet sich in Länder, die ihre 5G-Netzwerke jenseits des chinesischen Einflusses betreiben und solche, die mit chinesischer Technologie arbeiten. Es ist sehr schwer, diese beiden Technologie zusammenzuführen“, warnte Jennings mit  Blick auf die Allianz.

          Vor wenigen Tagen erst hatte Post-Chef Frank Appel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gewarnt, auch für Unternehmen sei es sehr schwer, mit den verschiedenen Standards zurechtzukommen: „Ich weiß nicht, wie wir mit drei verschiedenen Systemen arbeiten sollen – Huawei in China, Cisco in Amerika und Ericsson/Nokia in Europa. Wir brauchen einen geltenden Standard, zu dem jeder Zugang hat und müssen die Autorität über die Daten an die Menschen zurückgeben, denen diese Daten ja auch gehören.“ Er forderte eine Harmonisierung über die G-20, die führenden Industrienationen der Welt – zu denen freilich auch China gehört.

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          Politiker müssten den Rahmen setzen, in dem sich die Wirtschaftsführer dann bewegten, sagte Appel. „Im Augenblick wird die Lage zunehmend komplexer. Ich weiß nicht, wie wir  in Zukunft globale Logistikketten managen sollen, wenn wir nicht mit global integrierten Telekommunikationsnetzen arbeiten können.“

          Als eine der letzten Amtshandlungen hatte der im Sommer vergangenen Jahres von seinen Parteifreunden aus dem Amt getriebene, australische Ministerpräsident Malcom Turnbull Huawei davon ausgeschlossen, an den Ausschreibungen für das neue australische Telefonnetz (5G) teilzunehmen. Australien war damals die erste westliche Nation, die sich so deutlich gegen das chinesische Unternehmen wandte. Der amerikanische Präsident Donald Trump begrüßte Turnbulls Entscheidung. 

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