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Streiks im öffentlichen Dienst : Wir sind Helden

Streik: Verdi lässt Busse, Bahnen und Behörden still stehen. Bild: dpa

Verdi fordert wegen der Pandemie fast 5 Prozent mehr Lohn. Doch wie viele „Corona-Helden“ gibt es im öffentlichen Dienst überhaupt?

          3 Min.

          Am Dienstag ging vielerorts nichts mehr: Busse und Bahnen standen still, kommunale Kitas, Behörden und Betriebe blieben dicht. Hintergrund sind zwei Tarifstreits: Verdi will für den Nahverkehr bundesweite Verhandlungen mit deutlichen Verbesserungen. Und für rund 2,4 Millionen Mitarbeiter im öffentlichen Dienst fordert die Gewerkschaft fast 5 Prozent mehr Gehalt. Solange dies nicht in Sicht ist, dürften Teile der Infrastruktur immer wieder lahmgelegt werden.

          Jan Hauser

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Christian Geinitz

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin

          Dass Verdi ausgerechnet in der Wirtschaftskrise, in der die Steuereinnahmen wegbrechen, eine derartige Lohnerhöhung verlangt, begründet sie mit dem besonderen Einsatz der kommunalen Mitarbeiter in der Corona-Krise. Es sei ein Affront, dass die Arbeitgeber noch kein entsprechendes Angebot vorgelegt hätten: „Klatsche statt Klatschen“, sagt ein Gewerkschaftsfunktionär. Er spielt damit auf den Applaus für die Mitarbeiter der Krankenhäuser an, mit dem Bürger deren Einsatz gewürdigt haben. Als Wertschätzung gab es einen Bonus von 1500 Euro für Pflegekräfte – nun sollen aus Sicht von Verdi alle Beschäftigten im öffentlichen Dienst als „Corona-Helden“ profitieren.

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