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Lokführerstreik : Die Züge stehen still

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Nichts los: Auch am Kölner Hauptbahnhof fahren keine Züge mehr Bild: dpa

Wie angekündigt, haben die Lokführer der Deutschen Bahn am Abend ihren bundesweiten Streik begonnen. Bis Mittwochmorgen 6 Uhr sollen nun über 200 Fern- und mehrere tausend Nahverkehrszüge ausfallen. Auch danach ist mit zahlreichen Ausfällen zu rechnen.

          Bei der Deutschen Bahn hat wie angekündigt am Dienstagabend der bundesweite Streik der Lokführer begonnen. Seit 21 Uhr stehen die meisten Züge in ganz Deutschland still. Der Streik soll bis Mittwochmorgen um 6.00 Uhr dauern und über Nacht den gesamten Zugverkehr der Deutschen Bahn lahmlegen.

          Nach Informationen der „Bild“-Zeitung sollen alle ICE- und IC-Züge ausfallen, die nach 21 Uhr losfahren sollten. Bei Zügen, die nach 21 Uhr noch unterwegs sind, soll mit „kurzfristigen Ausfällen“ gerechnet werden. Während auch Regionalzüge und S-Bahnen von dem Streik betroffen sind, sollen laut „Bild“ Nachtzüge mit den Kennungen CNL und EN durchfahren. Insgesamt sind nach Angaben der Bahn von dem Streik über 200 Fernverkehrszüge sowie mehrere tausend Nahverkehrszüge betroffen. „Viele von ihnen werden ihren Zielort nicht erreichen oder nur mit großer Verspätung“, sagte das für den Personenverkehr zuständige Vorstandsmitglied der Bahn, Ulrich Homburg.

          „Die Menschen sind nicht dumm“

          Der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL), Claus Weselsky warf der Bahn unmittelbar vor Beginn des Streiks vor, im laufenden Tarifkonflikt unannehmbare Vorbedingungen zu stellen. Auf dem Berliner Hauptbahnhof sagte Weselsky, die Gewerkschaft werde über weitere Streiks entscheiden, wenn die Bahn ihre Blockadehaltung nicht aufgebe.

          Er gehe aber davon aus, dass der überwiegende Teil der Reisenden in den nächsten Stunden die Bahn meide, weil die Gewerkschaft am Morgen auf den Streik hingewiesen habe. In der N-TV-Sendung „Das Duell erklärte Weselsky: „Die Menschen sind nicht dumm, sondern sie reagieren darauf. Wenn sie wissen, die Eisenbahn fährt nicht, dann fahren sie - soweit es möglich ist - nicht mit der Eisenbahn.“

          Die Bahn erwartet auch für den morgendlichen Berufsverkehr zahlreiche Zugausfälle und Verspätungen. So sollen nach „Bild“-Informationen auch am Mittwoch noch mindestens 80 Fernzüge ganz oder teilweise ausfallen.

          Mit dem ersten regulären Streik nach zwei Warnstreiks will die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer ihre Tarifforderungen für die Lokführer und andere Beschäftigte des Zugpersonals durchsetzen. Dazu gehören fünf Prozent mehr Geld und eine um zwei Stunden verkürzte Wochenarbeitszeit.

          Wer wissen will, ob und inwiefern seine Reiseverbindung von dem Streik betroffen ist, kann sich unter folgenden Service-Nummern und Internetseiten informieren:

          • Service-Hotlines der Deutschen Bahn: 08000 / 99 66 33 u. 01806 / 99 66 33
          • Service-Telefon des Rhein-Main-Verkehrsverbunds: 069 / 24 24 80 24
          • www.bahn.de/aktuell
          • mit dem Smartphone unter m.bahn.de

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