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Ausstand der GDL : Streikpause für Deutschland

  • Aktualisiert am

Fährt seit Sonntag wieder: Eine S-Bahn in der Nähe von Hildesheim. Bild: dpa

GDL-Chef Claus Weselsky hat angekündigt, vorerst zu keinen neuen Streiks aufzurufen. Das hätten sich das Land und die Kunden verdient, sagte er der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Dafür droht nun die Konkurrenzgewerkschaft EVG. 

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          Die Lokführer-Gewerkschaft GDL plant vorläufig keine weiteren Bahnstreiks. „Das Land und die Bahnkunden haben jetzt eine Pause verdient – und die Bahn eine Nachdenkpause zum Reagieren“, sagte GDL-Chef Claus Weselsky der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.). Er wollte die Länge der „Pause“ nicht eingrenzen, bekundete aber, dass es momentan keine Pläne für einen neuen Ausstand gebe.

          Bahnfahrer können trotzdem nicht aufatmen – denn auch die viel größere Gewerkschaft EVG erwägt, den Personenverkehr lahmzulegen. Ihr Vorsitzender Alexander Kirchner sagte der F.A.S., es gebe noch zwei Verhandlungstermine im Mai, dann müsse ein Abschluss erreicht sein. „Wenn wir nicht vorankommen, schließen wir Streik nicht aus. Aber wir streiken nicht, nur weil andere streiken“, sagte Kirchner.

          Zugausfälle weiterhin möglich

          Der bisher längste Streik der GDL bei der Deutschen Bahn soll ist Sonntag um neun Uhr zu Ende gegangen. Allerdings wird es nach Angaben des Unternehmens noch eine Weile dauern, bis der bundesweite Zugverkehr wieder normal rollt. Am Sonntag gilt daher vor allem im Fernverkehr noch ein Ersatzfahrplan. „Im Laufe des Sonntagnachmittags soll bereits ein Großteil der Züge wieder regulär fahren“, hieß es von der Bahn. Mancherorts sei allerdings auch am Montag noch vereinzelt mit Zugausfällen und Verzögerungen zu rechnen.

          GDL-Chef Claus Weselsky vergangene Woche am Berliner Hauptbahnhof.

          Der Ausstand hatte im Güterverkehr am Montag und im Personenverkehr am Dienstag begonnen. Vor allem in Ostdeutschland, wo die Lokführergewerkschaft GDL stärker organisiert ist, rollten nur etwa 15 Prozent der Züge. Im Westen waren es bis zu zwei Drittel. In Ballungszentren war zudem der S-Bahn-Verkehr betroffen. Die GDL will in dem seit Monaten stockenden Tarifkonflikt für alle Berufsgruppen des Zugpersonals eigene Tarifverträge erstreiten. In der „Saarbrücker Zeitung“ sagte GDL-Chef Weselsky, die mittlerweile achte Arbeitsniederlegung im laufenden Tarifkonflikt sei ein „absoluter Erfolg“ gewesen. Die Passagiere hätten viel Verständnis für die Positionen der Gewerkschaft aufgebracht.

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