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Streik der Flugbegleiter : Lufthansa und Gewerkschaft werfen sich Arroganz vor

  • Aktualisiert am
Bild: dpa

Zuvor hatte die Gewerkschaft ihrerseits der Fluggesellschaft Arroganz vorgeworfen, nachdem die Lufthansa kein neues Angebot vorgelegt hatte. Walther sagte dem Nachrichtensender: „Wir sind in den Kernforderungen auf die UFO zugegangen. Wir sagen 3,5 Prozent mehr Gehalt, wir verzichten auf Leiharbeit, wir verzichten auf betriebsbedingte Kündigungen und wir verzichten auf befristete Arbeitsverträge.“

„Uns fehlt jedes Verständnis“

Am Abend hatte die Gewerkschaft zunächst Berlin und Frankfurt im Abstand von einer Stunde bekanntgegeben; der Münchner Streik wurde am Morgen angekündigt. „Uns fehlt jedes Verständnis dafür, dass man sich hier über die Nacht so austobt auf dem Rücken der Fluggäste. Das ist das alles nicht mehr lustig“, sagte ein weiterer Lufthansa-Sprecher der Nachrichtenagentur dpa.

Zum Ende vergangener Woche hatten die Flugbegleiter in einer ersten Welle für acht Stunden schon einmal in Frankfurt die Arbeit niedergelegt und damit Deutschlands größten Flughafen teilweise lahmgelegt. Die Gewerkschaft Ufo hat in den seit 13 Monaten andauernden Verhandlungen nach drei Jahren Nullrunden neben fünf Prozent höheren Entgelten unter anderem das Ende der Leiharbeit und Schutz gegen die Auslagerung von Jobs verlangt. Lufthansa plant hingegen mittelfristige Einsparungen bei den Personalkosten und will dafür unter anderem die Beförderungsstufen strecken.

„Angry Birds“: Das Foto entstand zwar in Frankfurt, an diesem Dienstag wird es in Berlin allerdings ähnlich aussehen.
„Angry Birds“: Das Foto entstand zwar in Frankfurt, an diesem Dienstag wird es in Berlin allerdings ähnlich aussehen. : Bild: DAPD

Der Chef der Kabinengewerkschaft UFO, Nicoley Baublies, kündigte gegenüber der Deutschen Presseagentur eine härtere Gangart an, sollte das Unternehmen am Dienstag bei seiner „arroganten Linie“ bleiben. Dann machten weitere Nadelstiche voraussichtlich keinen Sinn mehr. Am Mittwoch sei ein flächendeckender Streik aber noch „unrealistisch“ und wegen der zu erwartenden Auswirkungen der zweiten Streikwelle vom Dienstag auch nicht notwendig.

„Am Mittwoch wird noch genug Chaos herrschen“, sagte der UFO-Chef. Man wolle der Lufthansa zudem auch Zeit für eine Reaktion einräumen. Falls das Unternehmen die Streikfähigkeit der Flugbegleiter anerkenne und ihr Angebot nachbessere, könne sich der Arbeitskampf schnell in eine andere Richtung bewegen.

Schon der erste Streiktag kostet Millionen

Am Freitag hatte die Gewerkschaft den Frankfurter Flughafen bereits für acht Stunden bestreikt. 26.000 Passagiere saßen fest, 190 Flüge fielen aus, der größte Flughafen Deutschlands wurde teilweise geschlossen. Vorübergehend durfte in ganz Europa kein Flugzeug mehr Richtung Frankfurt starten. Allein dieser erste Streiktag kostete die größte deutsche Fluggesellschaft Millionen. Etwa 18.000 Stewards und Stewardessen arbeiten in dem Konzern. Zwei von drei Flugbegleitern sind in der Gewerkschaft.

Die Fronten in dem seit gut einem Jahr dauernden Tarifstreit sind vollkommen verhärtet. Das Unternehmen bietet ein Gehaltsplus von 3,5 Prozent bei einer Laufzeit von drei Jahren. Allerdings sollen die Flugbegleiter dafür länger arbeiten. Ufo kämpft für fünf Prozent mehr Lohn über 15 Monate und gegen die Auslagerung von Stellen an Leiharbeitsfirmen und eine eigene Billig-Airline bei Lufthansa. Derzeit reden beiden Seiten nicht miteinander.

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