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Strauss-Kahn-Verteidiger Brafman : Ein Mann für pikante Fälle

  • Aktualisiert am

Benjamin Brafman in New York Bild: AFP

Jetzt gehört auch IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn zu den prominenten Mandaten von Ben Brafman. Der Anwalt hat schon Michael Jackson, den Rapper „Puff Daddy“ und Mitglieder der New Yorker Mafia vor Gericht vertreten.

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          Die Szene ist für den Strafverteidiger Benjamin Brafman nichts Neues: Umringt von Kameras muss er für seinen prominenten Mandanten Dominique Strauss-Kahn das Wort ergreifen. „Der Präsident des Internationalen Währungsfonds werde „energisch“ gegen die Anschuldigungen der versuchten Vergewaltigung vorgehen, sagt der mit 1,65 Metern klein gewachsene Brafman und kann dabei kaum über die Gerätschaften der Journalisten hinwegschauen. Trotzdem bezweifelt in diesem Moment wohl kaum jemand aus der illustren New Yorker Juristenszene, dass Brafman genau dies tun wird.

          Dem 62 Jahre alten Rechtsanwalt eilt der Ruf voraus, selbst dann Gerichte von der Unschuld seines Mandanten überzeugen zu können, wenn die Beweise erdrückend sind. Im Fall des früher als „Puff Daddy“ bekannten Skandal-Rappers erreichte er einen Freispruch, auch der verstorbene Popstar Michael Jackson und Mitglieder der New Yorker Mafia gehörten zu seinem Mandantenkreis. Dabei hilft ihm, dass er das amerikanische Strafrecht von beiden Seiten kennt.

          Bevor er seine eigene Kanzlei gründete, arbeitete er vier Jahre als Staatsanwalt in Manhattan – und soll ähnlich rigoros vorgegangen sein, wie nun in seinen Verteidigungen. Das New York Magazin zitierte einst einen ehemaligen Kollegen mit den Worten: „Er hatte den Ruf, alles vor Gericht zu zerren, was sie bewegte.“

          Dieser Ehrgeiz hat den Sohn jüdischer Holocaust-Überlebender allerdings erst während seiner beruflichen Laufbahn gepackt. Zuvor ließ er alles etwas ruhiger angehen: In seiner Jugend kellnerte er und träumte von einer Karriere als Comedian. Seine Noten reichten deshalb nicht für eine Elite-Hochschule, sondern nur für die Ohio Northern University.

          Nach seinen mehr als 36 Jahren Berufserfahrung legt er inzwischen mehr Wert auf den menschlichen Aspekt seiner Arbeit, wie er vor mehr als einem Jahr in einem Interview erzählte – und kann sich auch dabei keinen Superlativ verkneifen: „Ich habe mehr Menschen von einem Selbstmord abgehalten, als jeder Psychiater auf der Welt.“

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