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Strafzölle : China holt zum Gegenschlag aus

Bild: dapd

Nach den EU-Strafzöllen für chinesische Solarpanels droht nun die Retourkutsche aus Peking. China erwägt Strafzölle auf Rohre.

          Die chinesische Regierung hat ein Antidumping-Verfahren gegen Unternehmen aus der EU, den Vereinigten Staaten und Japan eingeleitet. Die Untersuchung richte sich gegen den Import nahtloser Stahlrohre für Hochdruck- und Hochtemperaturanwendungen aus den drei Ländern, teilte das Handelsministerium am Freitag in Peking mit. Angestoßen habe das Verfahren die chinesische Industrie, hieß es. Die Untersuchung werde ein Jahr andauern, könnte aber auch bis November 2014 verlängert werden. Die Röhren kämen vor allem in Kesseln und Dampfleitungen von Kraftwerken zum Einsatz. Der Markt ist riesig, China ist der größte Energieverbraucher der Welt.

          Christian Geinitz

          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel- und Südosteuropa und Türkei mit Sitz in Wien.

          Die Ankündigung erfolgte nur wenige Tage, nachdem bekannt wurde, dass die Europäische Kommission in Brüssel auf Solarmodule aus China vorläufige Antidumping-Zölle verhängen will. Dabei geht es um Belastungen von durchschnittlich 46 Prozent. Sie werden auf die chinesischen Produkte und Lieferanten individuell zugeschnitten, so dass auch höhere Zwangsabgaben möglich sind. In Kraft treten soll die Regelung nach dem 5. Juni. Der Wert der importieren Solarbauteile beträgt rund 21 Milliarden Euro, weshalb der Fall als der bisher größte in der europäischen Handelsgeschichte gilt (F.A.Z. vom 3. Mai).

          Angerufen hatten die Kommission europäische Photovoltaikkonzerne, angeführt von der deutschen Solarworld AG aus Bonn. Sie werfen den Asiaten vor, durch Regierungsbeihilfen und andere Vergünstigungen ihre Produkte in Europa zu unerlaubt niedrigen Preisen anbieten zu können. Allerdings geht es auch den chinesischen Anbietern schlecht. Sie leiden ebenfalls unter Preisverfall, Überkapazitäten und zu hohen Schulden. Die Branchenriesen Suntech und LDK kämpfen ebenso ums Überleben wie Solarworld. In Deutschland hat jetzt auch die LDK-Tochtergesellschaft Sunways AG Insolvenz angemeldet. Das ist insofern bemerkenswert, als dass chinesische Investoren stets beteuern, anders als Beteiligungsgesellschaften in deutschen Unternehmen langfristig engagiert bleiben und diese mit aller Kraft retten zu wollen.

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