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Stimmung trübt sich ein : Weiterer Dämpfer für die deutsche Industrie

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Silhouette eines Stahlarbeiters zeichnet sich im Werk der Salzgitter AG vor einer glühenden Bramme ab. Bild: dpa

Durch den schwächeren Welthandel und die politischen Konflikte kühlt sich die Konjunktur in Deutschland und im Euroraum weiter ab. Industrieunternehmen erhoffen sich von der Zukunft immer weniger.

          Die deutsche Industrie gerät wegen der schwachen Weltkonjunktur immer stärker in den Abwärtsstrudel. Ihre Geschäfte liefen zuletzt so schlecht wie seit mehr als sechseinhalb Jahren nicht. Der Einkaufsmanagerindex von Markit ist im März im Vergleich zum Vormonat von 47,6 Punkten um 2,9 Punkte auf 44,7 Punkte gefallen, teilten Ökonomen des Marktforschungsinstituts am Freitag in London mit.

          Zuvor befragte Fachleute hatten hingegen mit einem Anstieg um 0,4 Punkte auf 48,0 Punkte gerechnet. Nur oberhalb von 50 Punkten signalisiert der Frühindikator für die deutsche Wirtschaft Wachstum.

          „Angesichts verstärkter Rückgänge bei Produktion, Auftragseingang und Exporten hat sich die Talfahrt des deutschen Industriesektors weiter beschleunigt", kommentierte Markit-Ökonom Phil Smith. Die Unsicherheit hinsichtlich des Brexits und wegen der Handelsbeziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und China, sowie die Schwäche der Automobilindustrie und die generell nachlassende globale Nachfrage belasteten in ganz erheblichem Ausmaß das Geschäftsklima. Diese Faktoren sorgten für die stärksten Geschäftseinbußen seit 2012.

          Die wirtschaftliche Lage ist binnenwirtschaftlich besehen demgegenüber noch recht gut. Der Einkaufsmanagerindex für die Dienstleister etwa fiel zwar leicht um 0,4 Zähler auf 54,9 Zähler, signalisiert aber damit immer noch ein robustes Wachstum. Es stelle sich aber die Frage, wie lange sich die Dienstleistungsbranche noch dem Abwärtssog der Industrie entziehen könne, erläuterte Markit-Fachmann Smith. „Der erste Stellenabbau in der Industrie seit drei Jahren ist sicher mit Blick auf die Binnennachfrage sicher ein Warnsignal“, sagte er.

          Der Stimmungsindikator für Industrie und Dienstleister zusammen gab im März im Vergleich zum Vormonat von 52,8 Punkten um 1,3 Punkte auf 51,5 Punkte nach. Das ist der schlechteste Wert seit Mitte 2013. Dennoch zeigt der Index noch ein leichtes Wachstum an. Die Wirtschaftsweisen habe gerade erst ihre Prognosen für das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) in diesem Jahr auf 0,8 Prozent nahezu halbiert.

          Rückschlag im gesamten Euroraum

          Wegen der Abkühlung im Welthandel hat die Wirtschaft im gesamten Euroraum an Schwung verloren. Der Einkaufsmanagerindex von Markit für Industrie und Dienstleister zusammen fiel im März im Vergleich zum Vormonat von 51,9 Punkten um 0,6 Punkte auf 51,3 Punkte, teilte das das Marktforschungsinstitut außerdem am Freitag mit. Das ist der drittschlechteste Wert in den vergangenen rund viereinhalb Jahren. Das Barometer liegt damit aber weiterhin oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Zählern.

          „Die Wirtschaft der Eurozone beendete das erste Quartal verhalten“, kommentierte der Chefvolkswirt von Markit Chris Williamson die Zahlen zur Währungsunion. Die Daten signalisierten lediglich ein Wachstum des BIP um 0,2 Prozent. „Zukunftsindikatoren wie Konjunkturoptimismus und Auftragsbestand deuten darauf hin, dass das Wachstum im zweiten Quartal noch schwächer ausfallen könnte“, prognostizierte der Konjunkturfachmann.

          Besonders die Industrie zieht die Stimmung nach unten. Hier schrumpften die Geschäft so kräftig wie seit fast sechs Jahren nicht. Auch hierfür gelten die zahlreichen politischen Risiken rund um den Globus als wichtiger Grund. Dagegen wachsen die stark auf den Binnenmarkt angewiesenen Dienstleister angesichts von sinkender Arbeitslosigkeit, steigenden Löhnen und geringer Inflation wie in Deutschland auch im Euroraum – wenn auch etwas langsamer als zuvor.

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